Blutige Kämpfe und Weiße ohne Geld

Februar 9, 2010

Photos coming soon now online

Am vergangenen Wochenende erkundete ich gemeinsam mit Colombé Bohol, eine zu den Visayas gehörige Insel im Süden der Philippinen. Um dort hin zu gelangen, flogen wir am Freitag in aller Frühe (wie immer direkt nach der donnnerstäglichen Party) von Manila nach Cebu City auf Cebu. Mit dem Taxi gings dann weiter zur Bootterminal und anschließend in 1, 5 Stunden nach Tubigon im Nordwesten Bohols. Zwei Busfahrten (via Tagbilaran), einem Kilometer Fußmarsch ca. zwei Stunden später standen wir oberhalb der gefühlten 500 Stufen hohen Treppe, die hinunter zu unser Unterkunft führte. Das „Nuts Huts“- Ressort liegt direkt am Loboc-River mitten in einer von sattem Grün gesäumten Dschungellandschaft.

Angucken allein reicht mir da natürlich nicht aus.Also wenig später ging´s ab ins angenehm frische Flusswasser. Nach einem kurzen Fußmarsch und einer kurzen weiteren Schwimmstrecke erreichten wir einen Wasserfall und ließen uns von den an uns vorbeiströmenden Wasser massieren. An diesem Tag trafen wir auch unseren Uni-Freund Tim, der zufällig auch im gleichen Ressort untergekommen war. Als wir am Abend unsere Hütte betraten, war der Dschungel bereits allgegenwärtig. Ein Gecko klebte direkt über der Eingangstür und wartete auf Beute -Moskitos in diesem Fall. Um uns herum absolute Dunkelheit und am Himmel Sterne, die so hell leuchteten, dass es so schien als reiche ihr Licht volllkommen aus um sich durch die Nacht zu finden. Als wir dann im Bettlagen und schlafen wollten, erwachte der Dschungel erst richtig zum Leben. Frösche, Grillen waren die einzigen Laute, die ich als Europäer richtig zu deuten glaubte. Sie mischten sich in eine riesige Komposition von Geräuschen, die ich noch nie gehört hatte. Vielleicht war es auch das Pärchen in der Hütte nebenan.

Am nächsten Tag gings dann mit dem Motorrad natürlich erstmal zu den Chocolate-Hills, einer sonderbaren Felsformation, die sie über eine riesige Fläche im Zentrum Bohols erstreckt. Deren Entstehung ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Mittagsrast legten wir im gemütlichen Garten einer Schmetterlingsfarm ein. Dort bekamen wir unter anderem Schmetterlinge zu sehen, die halb männlich, halb weiblich waren (in der Fachliteratur als Ladyboy-ling bezeichnet ;-) ) Außerdem konnte ich mich davon überzeugen, dass ich die größte auf den Philippinen vorkommende Motte nicht in meinem Schlafzimmer haben möchte. In Loboc besuchten wir eine der ältesten von den Spaniern errichtete Kirchen der Insel. Auf Bohol schloss der spanische Conquistador Miguel López de Legazpi 1556 nach seiner Ankunft auf Boholmit dem Häuptling Datu Sikatuna Blutbruderschaft als Zeichen des Friedens zwischen beiden Völkern.

Am Sonntag führte uns unsere Route zunächst zurück nach Tagbilaran. Dort liehe wir uns erneut ein Motorrad aus. Als wir am Wegesrand ein riesige Menschenansammlung sahen,wurde unser Interesse geweckt. Es war Hahnenkampfzeit. Der Philippino mag Wetten. Vor den Lottoannahmestellen sieht man regelmäßig Schlange von wartenden Leuten. Es gibt nur eins,das er vermeintlich mehr mag als zu wetten – das Wetten auf Hähne, die sich bewaffnet mit rasierklingen an der Krallen gegenseitig niedermetzeln. Ein Kampf auf Leben und Tod -und meiner Meinung nach absolute Tierquälerei. Eigentlich wollte ich diese Veranstaltungen boykottieren,nachdem ich Videos von Kämpfen gesehen hatte. Jetzt wollte ich mir denn doch mal ein Bild von der Sache machen. Die Atmosphäre, die ich dort erlebte, verdient einen eigenen Blogeintrag (demnächst hier).

Anschließend fuhren wir nach Cabilao Island. Um dort hin zu gelangen, war wieder einige Diskussion notwendig, da wir mit dem Motorrad übersetzen mussten und man da als Europäer natürlich erstmal vor utopische Preise gestellt wird. Aber am Ende ging alles klar für 200Peso (keine 3€). Auf der Insel angekommen wurden wir etwas heimtückisch davon überrascht, dass das Ressort, das von einem Deutschen geleitet wird, seine Preise angezogen hat.Grund ist angeblich die Anschaffung zweier neuer Generatoren, die die Gäste nun 24 Stunden lang Strom versorgen. Normalerweise ist nachts keine Elektrizität verfügbar. So was passiert eben, wenn Tourismus auf Abenteuer trifft. Meist zieht das Abenteuer eben den Kürzeren.

Nicht aber für uns, denn da wir beide ohne Kreditkarte unterwegs waren und nur das mitgenommene Bargeld zurVerfügung hatten. Wir kalkulierten und stelleten fest, dass es wohl recht knapp werden würde. Kein Abendbrot im Ressortrestaurant also für uns! Stattdessen durchstreiften wir das Dorf auf der Suche nach Nudeln oder Reis. Die Einheimischen konnten dies Situation nicht wirklich begreifen, dass da zwei Weiße mit der Taschenlampe durch den Dschungel marschierten und nach Nahrung fragten. Letztendlich fanden wir einen kleinen Tante Emma Laden halb in einer Wohnstube drin. Die Omi verstand schließlich unsere Situation und gab uns auch einen Teller, Löffel und heißes Wasser. Während wir Seite an Seite mit den drei alten Damen aßen, lächelten sie uns immerfort ungläubig an. Als wir gingen und die Gastfreundschaft mit 10 Peso (65Peso = 1 Euro) „Trinkgeld“ würdigten, konnte sie das gar nicht glauben.So unterschiedlich können die Vorstellungen von Wert manchmal sein!

Am Sonntag schnorchelten wir etwas vor dem Strand herum und dann widmete ich mich meiner Spanisch-Lektion, denn wie gesagt, ich studiere hier. Da einige ja manchmal den Eindruck haben, dass hier sei alles nur Urlaub. Nachdem wir dann per Motorad, Boot, Taxi, Flugzeug und erneut Taxi endlich gegen halb 2 Nachts wieder in Manila waren, schüttete ich das letzte Bargeld aus meinem Portemonnaie und gab es dem Taxifahrer. Fazit: So genau wie diesmal hatten wir noch nie kalkuliert. Ohne einen Peso in der Tasche waren wir wieder zu Hause.

So, muss ich langsam wieder an meine Hausaufgaben. Nächstes Wochenende geht es zum Chinese New Year nach Hong Kong.

Bis bald! Euer Martin



radlausick.de ist nominiert!

Februar 1, 2010

Danke lieber Blogleser, dass du radlausick.de für die Wahl zu den Top 100 Blogs über Abenteuer im Ausland nominiert hast! Das offizielle Voting ist jetzt eröffnet! Mit Eurer Unterstützung schafft es diese Seite vielleicht an die Spitze und erreicht damit ein noch breiteres Publikum.

Ich würde mich freuen, wenn ihr hier für radlausick.de stimmen würdet!

Hier geht es zur Abstimmung!

Euer Radlausicker aus Manila!


Der mit der Schlange tanzt

Januar 25, 2010

Photos of the trip

Das letzte Wochenende starteten wir in einer recht großen Reisegruppe von 18 Studenten zu den Hundred Islands im Norden Luzons. Da uns eine etwa fünfstündige Busfahrt bevorstand, vereinbarten wir mit unseren baskischen Freunden das Treffen um Mitternacht vor dem Mc Donalds um die Ecke. Als sie nach einem Eis und weiteren 30 Minuten Wartens immer noch nicht da waren, wurden wir (die deutsch-österreichische Reisefraktion, die sich hier schon an die etwas flexible Definition von Pünktlichkeit gewöhnt hat) etwas stutzig. Nach weiteren zehn Minuten kam dann die Auflösung per SMS. Der ausgemachte Zeit für das Treffen wurde spontan um zwei Stunden nach hinten verlegt. Also schauten wir uns zwei Stunden lang filmische Meisterleistungen im Fernsehnachtprogramm an, ehe wir erneut aufbrachen. Am Busterminal angekommen, erfuhren wir, dass der nächste Bus in zwei Stunden fahren würde. Nice!

Nach etwas mehr als fünf Stunden Busfahrt erreichten wir am Morgen schließlich Alaminos und kurz darauf per Tricycle auch den Hafen. Nach den üblichen Preisverhandlungen ließen wir uns schließlich mit genügend Proviant (Alkohol und Wasser standen dabei in einem ausgewogenen Verhältnis ;-) ) auf eine der mehr als 100 Inseln bringen.

Unsere Insel besaß einen kleinen Strand, der zum späteren Nachmittag aufgrund der Flut immer mehr dahin schwand. Gegen Abend hatten wir nur noch einen schmalen Sandstreifen. Mit dem Wasser stiegen auch unsere Bedenken, ob ein Übernachten am Strand überhaupt möglich sein würde. Gegen Abend errichteten wir deshalb in Teamwork also eine „German Mauer“, wie unsere europäischen Freunde scherzten. Anschließend sammelten wir auf der felsigen Insel, was wir an brauchbarem Feuerholz auftreiben konnten und entfachten unser Feuer – die einzige Lichtquelle auf der in Dunkelheit gehüllten Insel.

Tanz mit der Schlange

Als ich gerade mit Tim am Strand philosophierte, glaubte ich plötzlich sein Bein an meinem zu fühlen. Darüber etwas überrascht wanderte mein Blick an meinem Körper hinunter und ich musste mit Erschrecken feststellen, dass es nicht Tims Beine waren, die sich an sich schmiegten, sondern ein über einen Meter langes schwarzes, schmales Etwas – eine Schlange! Ich hatte schon etwas über den Artenreichtum an Schlangen auf den Philippinen gelesen und mir schoss in dieser Sekunde nur noch ein einprägsamer Satz durch den Kopf: „….bis auf die Schlangen der Python-Gattung kann davon ausgegangen werden, dass alle anderen giftig sind”. Sicher sollte man Ruhe bewahren in so einer Situation, aber dafür braucht man wohl jahrelanges autogenes Training. Ich sprang jedenfalls auf und machte eine großen Satz zur Seite. Tim ebenso. Das schlängelnde schwarze Etwas war jetzt vielleicht einen Meter entfernt, verharrte schlängelnd einen Augenblick auf der Stelle, ehe es seinen Weg ins Meer suchte. Es war also eine Wasserschlange. Nach einigen Recherchen im Netz könnte es sich um die „Turtle Headed Sea Snake“ (Emydocephalus annulatus) handeln. Diese Art sucht den Strand auf, da sie auch Luft zum Atmen benötigt. Zum Glück ist niemandem etwas passiert. Nichts wäre wohl schlimmer als ein tödlicher Schlangenbiss auf einer einsamen Insel ohne Möglichkeit, einen Arzt zu besuchen. Die Nacht waren dann alle recht hellhörig. Keiner wollte mit einem ungebetenen Gast im Schlafsack aufwachen!

Am nächsten Nachmittag holten uns unsere zwei Boote ab und beförderten uns zurück in die Zivilisation. Am späten Abend hatte uns dann schließlich Manila wieder.

Am nächsten Wochenende werde ich mal wieder in der Stadt bleiben, da ich noch ein paar Sachen für die Uni erledigen will. Am Samstag geht es dann aber noch zu einem Mountainbike-Rennen eines Kommilitonen und abends dann zu den Beach Boys (Ja, die gibt es noch!).

Bis dahin, Euer Martin


Hitze am Vulkan – Eiszeit im Bus

Januar 20, 2010

Fotos vom Lake Taal

Am Montag besuchte ich gemeinsam mit unserer neuen Mitbewohnerin Pauline den südlich von Manila gelegenen Lake Taal – einen Vulkan auf einer Insel, in dessen Krater eine weitere Insel ist (Soweit klar

Nachdem ich am Wochenende mich mal dem Studium widmen musst, blieb nur noch der Montag, um wenigstens mal einen kurzen Abstecher zu machen. Zunächst nahmen wir den Bus nach Tagatay. Von der Busstation ging es dann mit dem Trycicle (dem typischen Motorradgespann) weiter zum See. Dabei fuhren wir eine herrliche Serpentinenstraße mit phantastischem Panoramablick entlang. Leider war das Wetter zu diesem Zeitpunkt nicht sehr fotogen :-(

Als wir den höchsten Punkt der Straße erreicht hatten, stellte der Fahrer plötzlich den Motor ab und wir rollten von nun an beinahe lautlos (mal abgesehen von einigem Knarzen der Karosserie) über den Asphalt den die kurvige Straße gen Wasser. Als wir die erste Bootsstation erreicht hatten, wollte man uns dort natürlich als weiße Leute gehörig übers Ohr hauen. 3400 Peso sollte eine Überfahrt auf die Vulkaninsel kosten. Als wir uns auf der Stelle drehten und zum nächsten Stand liefen, wurde der Preis plötzlich drastisch gesenkt, aber war uns immer noch zu teuer.

Nach einigen weiteren Minuten Fußmarsch und vielen weiteren Angeboten bezahlten wir schließlich jeder 350 Peso für die Bootsfahrt zur Insel. Dort angekommen (total durchnässt vom „Seegang“, scharrten sich wieder aller Leute um uns die uns ein Pferd aufzwingen wollten oder sich als Guide zur Verfügung stellen wollten. Dabei ist es nun wirklich nicht schwer, den Spuren von „horse shoes“ und anderer Hinterlassenschaften auf dem einzigen Pfad der Insel zu folgen.

Nach ca.30 Minuten Fußmarsch wurde der Kraterrand sichtbar. Aus der Erde neben dem Pfad stieg etwas weißer Rauch auf. Als ich mich bis auf wenige Zentimeter mit meinen Füßen näherte, musste ich feststellen, dass das, was da aus der Erde kam, doch noch erstaunlich heiß war. Einige Schritte mussten wir noch hinauf steigen und dann standen wir am Kraterrand. Vor uns lag ein überwältigendes Panorama. Wie in einen riesigen Kessel blickten wir in den mit Wassergefüllten Krater, der von einem gigantischen See umrundet unter uns lag. Hier und da durchbricht der Rauch die rötlichen Felsen.

Nach einigen Minuten des Staunen über die Kraft der Natur begeben wir uns schließlich wieder auf den Rückweg. Diesmal nahmen wir allerdings kein Trycicle zur Tagatay Busstation, sondern das Jeepney nach Tanauan City und stiegen dort in einen schönen Aircon-Bus. Das war dann die kälteste Erfahrung, die ich hier je gemacht habe. Gute zwei Stunden dauerte die Fahrt. Am Ende hatte ich meine Wintermütze, die eigentlich zum Schutz meiner Kamera ihre Berechtigung in meinem Rucksack hatte auf dem Kopf! Trotz Pullover und Jacke war es einfach unerträglich kalt und wir waren so froh als wir aus dem Bus stiegen und sofort die wohligen gewohnten 30 Grad auf unserer Gänsehaut spürten.

Am kommenden Wochenende geht es mit dem Bus zu den in Zentralluzon gelegenen Hundred Islands.

Bis später, Euer Martin


Camotes Islands in einigen Bildern

Januar 14, 2010

Camotes Island


Ode an die Einreiseformulare.

Januar 7, 2010

Hier geht es zu den Singapur-Fotos

Wieder einmal muss ich Formulare ausfüllen, um einreisen zu dürfen. Eins für das Gesundheitsministerium, eins für das Visum und ein weiteres, weil zwei nicht genug sind.

Dabei hat das Feld für den Nachnamen genau 13 Kästchen. Das ist ja wie gemacht fürmich, denke ich mir und fülle die kleinen Quadrate nacheinander mit großen Druckbuchstaben, möglichst leserlich natürlich, um nicht in Konflikt mit den Grenzbeamten zu geraten. Allerdings stellt sich mir auch die Frage, was geschieht, wenn die Anzahl der Felder der Anzahl der Buchstaben des eigenen Namens zahlenmäßig unterlegen ist. Darf man dann einfach ein paar Buchstaben weglassen und seinen Namen verstümmeln? Oder soll man die starren Ketten der Bürokratie aufbrechen und sich erdreisten, auch die Kästchenzwischenräume mit Buchstaben zu versehen? Muss man vielleicht aber auch das flughafeneigene Standesamt aufsuchen und seinen Namen auf einen mit der Kästchenanzahl konformen ändern lassen, bevor man einreist? Oder wird man mit der nächsten Maschine umgehend zurückgeschickt, weil die Einreise mit zu langem Namen illegal ist?

Das beiliegende Informationsblätchen lässt diese Fragen leider offen. Dort steht nur zu lesen, dass es für den Drogenhandel die Todesstrafe gibt. Muss man sich dann auch fürchten, wenn man statt 20 Gramm Heroin im Gepäck 14 Buchstaben im Nachnamen mit sich führt?


Feuerwerk ueber dem Fischloewen

Dezember 30, 2009

Nach einem wirklich besinnlichen Weihnachtsfest gemeinsam mit unseren spanischen Freunden in Manila brachen Tobi und ich nach Singapur auf, dem 5 Millionen Stadtstaat im Sueden des malayischen Festlandes.

Waehrend wir im Flugzeug sitzen, bekommen wir die Immigrationsdokumente, die jeder Einreisende auszufuellen hat. Darauf findet sich der fett in Rot abgedruckte Hinweis:  “Todesstrafe fuer Drogendealer”. Auch wenn man damit nichts zu tun hat, fuehlt man sich schon einwenig komisch, wenn man dieses Wort aus einer scheinbar laengst vergangenen Zeit ploetzlich vor sich sieht. Auch sonst sind die Gesetze hier sehr radikal. So sind Kaugummis verboten. Nur wenn eine medizinische Rechtfertigung besteht, darf hier auf der Strasse herumgekaut werden. Wer dabei erwischt wird, wie er seine Zigarette oder seinen Muell einfach fallen laesst, kann mit bis zu 10000 Sigapur-Dollarn (5000 Euro) Strafe rechnen. Wer mit seinem Rad eine Fussgaengerunterfuehrung durchquert, wird auch sehr viel Geld los. Ich glaube zwar nicht, dass haertere Strafen automatsiche bessere Menschen hervorbringen, aber zumindest was Sauberkeit angeht, liegen hier Welten zwischen unserer philippinischen Heimat auf Zeit und dem einzigen souveraenen Stadtstaat Suedostasiens. Man sieht kaum Papier oder anderen Abfall herumliegen.

Die ersten Tage hatten Tobi und ich ein Hostel in Chinatown. In Singapur haben die Chinesen einen Bevoelkerungsanteil von ungefaehr 80 Prozent. Dennoch gibt es hier ein Integrationsmodel, das versucht, die verschiedenen Kulturen schon hinsichtlich ihres Wohnraumes zu durchmischen. Deshalb wohnen in den ganzen Bloecken der Stadt zum Beispiel eben 80 Prozent Chinesen. Alle Bevoelkerungsgruppen werden entsprechend ihres Anteil an der Gesamtbevoelkerung verteilt.

Die ersten Tage streiften wir hauptsaechlich durch Chinatown und testeten alle Foodmarkts ausgiebig. Hier kann man fuer 1 Euro richtig gut essen. Aber es gab auch ekelhafte Erlebnisse. Als wir einmal vor dem Suessigkeitenregal in einem Supermarkt standen, roch es auf einmal so gar nicht suess. Ich schaute um die Ecke und konnte nicht glauben, was sich dort in eimem Glaskasten fand.

Da waren 6 Schildkroeten, denen der Panzer entfernt worden war und die gerade elend im “Schaufenster” krepierten. In einem anderen Laden stand aussen dran, dass man nicht fotografieren durfte. Als wir drin waren, wurde uns auch bald klar warum. Greenpeace haette sicher ein gefundenes Fressen, wenn sie sehen wuerden, wie hier mit Tieren umgegangen wird. um etwas von der “heilenden” oder “belebenden” Wirkung zu haben.

Gestern bin ich allein mit meinem Stativ durch den Merlon-Park gezogen und hab mir das Wahrzeichen Singapurs, den Merlon angeschaut. Dabei handelt es sich um einen Fisch mit Loewenkopf, der an den Ursprung der Stadt als kleines Fischerdorf erinnert. Da ich hier keine Moeglichkeit habe, die Fotos zu entwickeln, gibt es die erst im neuen Jahr, wenn ich wieder zurueck in Manila bin.

Tobi, seine Freundin und ich werden jetzt noch ein paar Tage auf der Insel verbringen, ehe der Ernst des Studiums weitergeht.

Bis dahin,

Euer Martin der Radlausicker


Schweiß, Frust, Freude und noch mehr Schweiß

Dezember 24, 2009

Ein kleiner radlausick-Rückblick zum Jahresende

Ich wünsche euch allen ein besinnliches Fest und einen guten Start ins neue Jahr.

Ich habe hier mal ein paar kleine Schnappschüsse von den Radtouren der letzten Jahre rausgesucht. Viel Spaß beim durchklicken! Im neuen Jahr gibt es dann wieder neue Fotos und Blogeinträge.

Viele Grüße,

Euer Martin


Baden im Vulkan, lernen im Mc Donalds

Dezember 20, 2009

Seit dem letzten Blogeintrag sind nun schon fast zwei Wochen vergangen, aber irgendwann wurde es ja auch mal Zeit was für die Uni zu machen. Jetzt nachdem die ersten Examen überstanden sind und die Weihnachtsferien begonnen haben, habe ich endlich mal wieder etwas Zeit…

Mehr Bilder vom Ausflug zum Vulkan gibt es hier!

Ausflug zum Mt. Pinatubo

Letzte Woche starteten wir nach einer sehr, sehr kurzen Nacht zum Mt. Pinatubo, dem mächtigsten Vulkan der Philippinen. Bis zu seinem letzten Ausbruch 1991 galt der gewaltige Riese als erloschen und war gut 300 Meter höher als heute. Die Auswirkungen des Ausbruchs waren damals weltweit spürbar. Es gab einen globalen Temperaturabfall von einem halben Grad Celsius. Trotz frühzeitiger Evakuierungen fielen dem Ausbruch fast 900 Menschen zum Opfer.

Nach vier Stunden in einem Van erreichten wir die Jeep-Station. Dort mussten wir uns zunächst registrieren, bevor es in den 4×4-Geländewagen (ohne die wäre es unmöglich gewesen) weiter in die Berge fuhren. Nach weiteren 40 Minuten durch Schlamm, unwegsamstes Gelände und Bäche erreichten wir schließlich den Ausgangspunkt für unsere kleine Wanderung. Selbst hier, wo man es am wenigsten ewartete hätte, überhaupt Menschen zu treffen, standen einige Strohhütten und davor eine selbstgebaute Basketballkorbanlage! Leider hatten wir keinen Ball dabei, so dass Tobi noch eine Weile auf seine 1:1-Abreibung warten muss ;-)

Auf einem schmalen Trampelpfad schlängelten wir uns durch das Dickicht und erreichten schließlich den Kratersee. Der Ausblick auf den Kratersee und die Vorstellung, dass das, was da nicht mehr da war, bei dem Ausbruch weggesprengt wurde, erschienen mir utopisch. Die Natur zerreißt einen Berg und wir baden in dem entstandenen Kratersee…

Philipino Time

Zurück in Manila musste ich mich dann erstmal um ein paar Uniprojekte kümmern. Da es sich um Gruppen arbeiten handelte, war das zwangsläufig mit einem Gruppentreffen verbunden. Dabei lernte ich dann endlich die oft angesprochenen „Philipino Time“ selbst kennen. Als ich mit etwas Verspätung am ausgemachten Treffpunkt ankam und mir schon eine Entschuldigung zurecht gelegt hatte, erlebte ich eine kleine Überraschung. Keiner war da! Nach einer halben Stunde rief ich dann mal bei einem Kommilitonen an. „Ja, bin gleich da!“….Eine weitere halbe Stunde später kam dann auch schon der erste ;-) Aber abgesehen davon war es einer gute Zusammenarbeit. Überhaupt wird hier sehr viel auf Gruppenarbeiten gesetzt. Kaum ein Fach, in dem ich nicht in irgendeiner Gruppe bin. Gerade als Austauschstudent ist es eine große Erleichterung, weil man schneller Kontakte knüpft, wenn man sich außerhalb des Hörsaals mal trifft.

Für viele Philipinos ist der Treffpunkt für Gruppenarbeiten Mc Donalds. Zwischen Tabletts voller Burger,Pommes und Cola mit Schlagsahne (kein Spaß) werden Bücher und Laptops aufgeschlagen. Und das ganze passiert nicht nur tagsüber, sondern insbesondere nachts. Auch etwas gewöhnungsbedürftig dabei ist, dass einem ständig die Tür von bewaffneten Guards geöffnet wir. Und das nicht nur bei den ganzen Fastfoodkneipen, sondern auch in allen Supermärkten und vor allem in Banken. Für mich war es schon etwas komisch in eine Bank zu gehen und sehr freundlich von einem Herrn begrüßt zu werden, dessen Schrotflintenmündung auf mein Knie deutete. Ich frage mich sowieso wie man damit gezielt einen Bösewicht ausschalten kann, ohne gleichzeitig umstehende Passanten wegzublasen?!? Aber wahrscheinlich sollte man darüber am besten gar nicht nachdenken!

Gestern habe ich seit zwei Monaten endlich mal am „Nomade auf Zeit“ -Projekt weiter gearbeitet. Ich hoffe,dass ich die Ferien noch weiter dafür nutzen kann, bevor es dann über Silvester nach Singapur geht.

Bis später!

Martin


Wie verpacke ich mein Rad in 1:22 min

Dezember 19, 2009