Digitalfotos vs. Dias
Oktober 12, 2009
Manus Diafilm ist entwickelt und die digitalen Abzüge sind auch fertig. Allerdings stelle ich hier erstmal nur einige rein, da erstens die Scans nicht der Qualität der Dias entsprechen und zweitens allen, die sie sehen möchten, die Fotos als Dias präsentiert werden
Wer Interesse hat, kann mir einfach kurz schreiben oder anrufen oder skypen oder icq-en oder einfach ganz altmodisch vorbeikommen! Dann können wir einen passenden Termin finden.
Bis dahin!
Donautour Teil 3 – Von Passau nach Wien
Oktober 10, 2009Als wir am Morgen unseres fünften Fahrtages durch unsere kalten Fuse geweckt wurden, waren die Temperaturen so tief gefallen, dass wir glaubten, wir hätten den Wintereinbruch verschlafen. In absoluter Rekordzeit hatten wir unser Zelt weggepackt und uns ohne Frühstück auf die Räder gesetzt. Das lag aber nicht an einem straffen Zeitplan, sondern einzig daran, dass unsere Gliedmaßen unangenehm abkühlten, wenn sie nicht in Bewegung waren. Da der Fahrtwind uns auch in Bewegung nicht recht warm werden ließen, beschlossen wir beim nächsten Bäcker auf die Sonne zu warten. Unsere kalten, tauben Finger umschlossen die heißen Kaffetassen wie einen heiligen Gral. Als wir uns an dem feinen Röstung gelabt hatten, tauchten auch ein paar Sonnenstrahlen auf.
Der Radweg erschien uns unerwartet leer. Wahrscheinlich lag es daran, dass die Hauptsaison schon vorbei war. Zwar trafen wir immer wieder auf Touristengruppen aus Deutschland, Österreich, England und Italien, aber erst ca. 5 km vor Linz füllte sich die Route unangenehm. Einmal wichen wir sogar auf die Straße aus, da ein Radweg an einer leichten Steigung von den Touris regelrecht blockiert wurde
Bisher hatten wir noch nichts von den uns prophezeiten 28c zu spüren bekommen. Erst während unserer Mittagspause in Linz öffnete sich die Wolkendecke und die Sonne entlud ihre bis dahin zurückgehaltene Energie in einem Zug. Das Wetter schlug von einem ins andere Extrem. Hätten wir am Morgen noch Neuschnee vor unsrem Zelt vermutet, so brannte die Sonne jetzt fast unangenehm heiß auf der Haut. Leider hatten bei unserer Ankunft in Grein schon alle Läden geschlossen, so dass es dann zur Feier des Tages Reis mit Brot gab.
Dafür war die Nacht viel weniger kalt als die vorige. Am nächsten Tag genossen wir unser Frühstück direkt am Donauufer. Dabei zogen wieder Schwärme von Non-Gepäck-Radtouristen an uns vorüber. Am Mittag erreichten wir das Kloster Melk. Seine goldener Schein lässt es weit über die Stadtgrenzen hinaus erstrahlen. Nachdem wir uns von dem offensichtlichen Reichtum der Benediktiner überzeugt hatten, beschlossen wir uns ein geeignetes Plätzchen am Donauufer zu suchen. Wir und unsere Sachen hatten wieder mal eine Berührung mit Wasser nötig.
Als bis zu den Knien im Wasser stand, tauchte urplötzlich ein zügig vorbeifahrendes Passagierschiff auf. Manu musste sich entscheiden, ob er sich weiter ins Wasser wagte oder seinen nackten Adosnis den Besuchern des Sonnendecks präsentierte. Er entschied sich für letzteres. Während das Schiff schon fast vorüber war, stellten wir überrascht fest, wie das Wasser regelrecht sogartig vom Ufer verschwand.Davon beeindruckt, dachte n wir beide allerdings nicht an das zwangsläufig Folgende.
Mit einem Mal brachte eine Welle das verlorene Wasser zurück. Und dazu noch etwas mehr. Mit einem beherzten Sprung griff ich eine Hose, die ich gerade gewaschen hatte. Die übrigen Klamotten und das saubere Geschirr verabschiedete sich allerdings wieder im Uferschlamm! Mein Teller hätte sogar beinahe ohne mich die Reise ans Schwarze Meer fortgesetzt.
Am folgenden Tag erreichten wir über Krems und Tulln endlich Wien. Die letzten Kilometer spendete uns ein älterer Rennradfahrer Windschatten. So rasten wir mit 35 Sachen auf die österreichische Hauptstadt zu. Verdutzt schauten die anderen Radtouristen und Rennradbesitzer, die wir überholten, auf die unstimmige 3er-Konstellation.
In Wien erwartete uns bei meinem guten Freund Tino ein richtiges Bett auf uns. Allerdings verlegten wir den ?Stadtbummel“ auf den nächsten Tag. Wir waren sehr froh darüber, Wien endlich erreicht zu haben, da jetzt endlich unser Abenteuer Osteuropa beginnen konnte und auch sollte.
Donautour Teil 2 – Von Donaueschingen nach Passau
Oktober 6, 2009Als wir am Morgen unseres ersten Tourtages aufwachten, hatte sich das Gewitter verzogen. Zunächstt suchten wir nach der symbolischen Donauquelle. Leider, so sagte uns ein Mann, sei die Zufahrt gerade eine Baustelle und wir müssten die Räder stehen lassen und die Treppe hinabsteigen. Das kam natürlich nicht in Frage, da die Räder auf dem Startfoto nicht fehlen durften. Wir wollten schließlich nicht die Donau entlang wandern. Wir schleppten als jeder unsere 40kg Fahrrad die Treppe hinunter. Nach einem kräftigenden Schluck aus dem „Quellbecken“ traten wir endlich richtig in die Pedalen. Zunächst querten wir den Nationalpark „Obere Donau“. Beeindruckende Felsformationen hoben sich zu beiden Seiten der Donau empor. Der Radweg führte fernab jeder Straße durch das Tal. So schön der Radweg und die Landschaft auch waren, die Tatsache, dass wir ständig die gleichen Radfahrer überholten und uns unsereseits bei einer Rast von ebendiesen überholen ließen, senkte den Abenteuerfaktor tagsüber gen Null. Erst als es dämmerte und es um die Schlafplatzsuche ging, wurde es wieder spannend.
Am Donauufer gibt es unzählige unberührte Plätze, die sich zum Zelten anbieten. Allerdings befanden wir uns bei Einbruch der Dunkelheit oft in Naturschutz- oder Industriegebieten. Da war schon viel Kreativität gefragt. Einige Male fuhren wir bis es stockdunkel war und suchten uns im Licht der Kopflampen einen Platz zum Zelten. Größtenteils nächtigten wir in unmittelbarer Ufernähe. Am Morgen unseres 5. Tages bemerke neben unserem Zelt mit einer Zahl: „2447,6“. So viele Kilometer müssen es noch zur Mündung sein. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass es doch einige Kilometermehr werden würden. An diesem Tag besuchten wir auch das Kloster Weltenburg, dass ich schon von früheren Ausflügen kannten. Währen Manu das Kloster skizzierte, beobachte ich die Szenerie. Je länger ich einfach nur da saß, umso dominanter wurde der Eindruck, die meisten Besucher waren hier nicht wegen des Klosters, sondern wegen des Biergartens:-)
Als wir wenig später Regensburg erreichten, stellten wir gewisse Ähnlichkeiten der bisher durchquerten Städte an der Donau fest. Am 6. Tag wollten wir eigentlich in Österreich einrollen. Allerdings überkamm uns die Dämmerung kurz hinter Passau und so schlugen wir unser Nachtlager hinter einem Maisfeld auf.
Die Temperaturen fielen in den einstelligen Bereich, so dass wir uns selbst im Schlafsack unsere langen Hosen anziehen mussten. Wir hofften, dass die Temperaturen sich auf unserere weiteren Reise nach Südosten stetig wärmer werden würde. Diese Annahme sollte sich noch als Trugschluss erweisen. Nach 5 Tagen Fahrt hatten wir den deutschen Teil der Donau hinter uns gebracht und befanden uns auf der Mainstream-Etappe von Passau nach Wien.
Donautour Teil 1 – Eine Zugfahrt die ist lustig…
Oktober 4, 2009Normalerweise wollte ich dieses Kapitel außenvor lassen, da es nichts mit der eigentlichen Tour zu tun hat. Aber dann fand ich es doch zu prägnant, um es einfach fallen zu lassen.
Es ist der Morgen des 1. Septembers als ich die letzten Spanngurte über die Taschen ziehe und Gina, so der Name des Stahlrosses, die Kellertreppe hochhieve. Die Sonne scheint und es sieht nach einem warmen Tag aus. Zu schade eigentlich, dass wir seinen größten Teil in Zügen verbringen werden. Aber wir haben uns nun Mal die Quelle der Donau als Startpunkt unserer Tour ausgewählt. Mit uns meine ich Manu und mich. Zu zweit wollen wir die ca. 3000 Kilometer gen Osten gemeinsam mit dem nach der Wolga zweitlängsten Fluss Europas bewältigen.
Viele Fragen drehten sich in meinem Kopf. Passt die Chemie zwischen uns? Halten wir es 4 Wochen zusammengepfercht aus? Wie gut kann man die osteuropäischen Straßen mit dem Fahrrad befahren? Was für Menschen werden wir treffen? Sind wir auf alles vorbereitet? Nur eine Frage stellte ich nicht. Die Frage, ob die Tour erfolgreich verlaufen würde. Zwar war es genau das , was uns von vielen Freunden gewünscht worden war, aber was will man uns sonst mit auf den Weg geben? Nur was bedeutet Erfolg schon bei einem Abenteuer, und als solches haben wir Tour von Anfang an begriffen. Uns war absolut bewusst, dass das kein 4-wöchiger Campingurlaub werden würde. Eine solche Naivität wäre schon in der ersten Nacht bestraft worden, wie sich noch zeigen sollte.
Am Leipziger Hauptbahnhof traf ich auf Manu und meine Schwester. Nachdem wir uns verabschiedet hatten, starteten wir unserer erste Tagesetappe auf Schienen. Das „Quer durch Deutschland“ -Ticket bot zwar eine günstige, aber leider auch eine sehr langwierige Möglichkeit zur Donauquelle zu gelangen. Da wir im wahrsten Sinne des Wortes quer durchs Land mussten, war das mit zahlreichen Umstiegen verbunden. Der Zug von Zwickau nach Hof war proppevoll. Leider sind nur die Abteile klimatisiert, nicht die Bereiche dazwischen, in denen sich immer die Fahrradplätze befinden. Bei schöner Sonneneinstrahlung durchs Fenster entwickelt sich da schnell ein angenehmes Klima. Idealerweise befinden sich in diesen Bereichen auch immer die Toiletten, deren Schiebetüren sich bei jedem Bremsen wie von Geisterhand öffnen. Und Regionalzüge halten wirklich sehr oft. So hatten wir schon bald eine Luftgemisch aus Schweiß und Klostein, dass sich auch in der Stimmung einiger Fahrgäste niederschlug. Menschen schoben sich aneinander vorbei und maulten sich an, wenn sie sich vom anderen in ihrer Bewegungsfreiheit tangiert fühlten.
Das Ganze gipfelte darin, dass die Fahrgäste aus den Abteilen sich bereits eine Viertelstunde vor der Ankunft in Hof ihre Polposition für den Ausstieg sichern wollten und aus den Abteilen drängten, bis die Gänge vollends zugestopft waren und ich mir allmehlig wirklich wie eine Wiener im Glas im vorkam. Eine älterer Herr, der den Andrang auf die Ausgänge verpasst hatte, nutze die clever die Gunst der Stunde und drängte sich etwas ungestüm und mit missfälligen Bemerkungen anderer Fahrgäste bedacht durch die Reihen. Als er direkt auf sein plumpes Verhalten angesprochen wurde und aufgefordert wurde, sich wie alle anderen hinten einzureihen, entfuhr es aus ihm in ungeheurer Lautstärke: „Ich muss mal aufs Klo!“ Manu und ich schauten uns an und wir mussten unweigerlich loslachen. Ob Erich Kästner seinen Vergleich von Erwachsenen und Kindern auf solche Ausprägungen beziehen wollte?
Einige Stunden und erheiternde Ereignisse dieser Art später kamen wir gegen 21 Uhr in Donaueschingen an. Es war bereits dunkel als wir vor dem Bahnhof den Stadtplan nach der Donauquelle absuchten. Während es den ganze Tag blauen Himmel gegeben hatte, begann nun ein leichter Nieselregen, der binnen Sekunden zu einem kleinen Schauer heranwuchs. Wir stellten uns kurz unter und packten die Stirnlampen aus. Als der Regen etwas nachgelassen hatte, blickten wir kurz auf den Kompass und fuhren los. Leider wurde der Regen nicht weniger und wir entschieden uns lieber schnellst möglich einen Schlafplatz zu suchen. Während wir in eine gut gepflegte Parkanlage fuhren wurde die Landschaft aller paar Sekunden taghell beleuchtet. Es blitzte und donnerte ununterbrochen und das Wasser floss jetzt in Strömen. Während wir an einer alten Scheune vorbeifuhren sah ich im Blitzlicht eine kleine Hütte am Wegesrand. Ich kehrte um und fuhr hin. Erst als meine Kopflampe das innere ausleuchtete, erkannte ich, dass wir hier zu spät waren. Ein Obdachloser hatte sie schon besetzt. Also fuhren wir weiter. Das Gewitter war jetzt offensichtlich genau über uns. Wir bogen in einen kleinen Weg ab, der aber in ein sehr sumpfiges Unterholz führte. Da konnten wir kein Zelt aufschlagen, schon gar nicht bei dem Regen.
Schließlich fanden wir einen Wohnmobilstellplatz und waren schon fast dabei, unser Zelt daneben aufzubauen als ich wieder im Blitzlicht ein großes Überdachtes Rondell erblickte – mitten auf einer Weide. Tatsächlich fanden wir dort unsere trockenen 10 Quadratmeter mitten in dem Unwetter. Wir bracuhten nicht einmal ein Zelt aufzubauen. Während wir unsere Matten auf dem Holzboden ausrollten, ließ auch der Regen nach. Wir erlebten den ersten Härtefall also schon vor der eigentlichen Tour – was sollte da auf uns zukommen? Erschöpft von diesem ersten kleinen Kraftakt schliefen wir bald ein.
4 Wochen am Fluss gehen zu Ende
Oktober 3, 2009
Nachdem wir in den vergangenen 4 Wochen als Fahrradnomaden durch Osteuropa getourt sind, hat das Abenteuer in dieser Nacht nach einem letzten Bad im Schwarzen Meer ein angemessenes Ende gefunden. Es gab allerhand Erlebnisse, die jetzt erst einmal aufgearbeitet werden müssen. Dabei denke ich an interessante Begegnungen mit netten Menschen, eindrucksvolle Landschaften, idyllischste Nachtplätze, die Begegnung mit einer vollkommen anderen Kultur und unzählige Bäder in der Donau. Aber auch dubiose Begegnungen an Landesgrenzen, rücksichtslose LKW-Fahrer, aggressive Hunde und Sackgassen spielen dabei eine Rolle.
In diesem Jahr gibt es erstmals eine filmische Reisereportage. Die meisten Fotos wurden von Manu auf Diafilm aufgenommen und müssen zunächst entwickelt werden, das Videomaterial gesichtet und die Eindrücke verabreitet werden. Nur eines ist schon jetzt klar. Die Reise war ein echtes Abenteuer und hebt sich von allen bisherigen Touren in Westeuropa ab. Zwar war es mir nicht möglich, Blogeinträge direkt von der Tour zu liefern, da wir uns speziell in den letzten Tourwochen nie sehr lange in großen Städten aufhielten. Twitter war somit die einzige, wenn auch einseitige Verbindung zu allen die die Tour verfolgt haben.
Danke an dieser Stelle noch einmal für die zahlreichen Grüße und Motivationen. Ohne sie wäre es uns deutlich schwerer gefallen! Ich bin euch jetzt natürlich einen ausführlichen Bericht schuldig. Das geht auch gleich morgen los, da die Eindrücke jetzt noch frisch und unverfälscht sind.
Die Dias bekommt ihr nächste Woche hier zu sehen, der Film wird voraussichtlich im Dezember 2009 natürlich auch hier zu sehen sein.
Kleine Statistik:
- gefahrene Kilometer 3200
- durchschnittliche Reisegeschwindigkeit: 20,5 km/h
- Pannen: 3 Platten, kaputtes Schutzblech, Defekt an Sattelstütze
- Grenzüberquerungen: 7
- Flucht vor Hunden: ca. 45 (30 davon in Rumänien)
Verfasst von radlausicker
Verfasst von radlausicker
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