Nomade auf Zeit

Mai 29, 2010

Neun Monate sind bereits vergangen, seit ich gemeinsam mit Kunststudent Manuel Schneidewind zu der Radtour entlang der Donau aufbrach. Das dabei entstandene Videomaterial habe ich zwar gleich nach der Rückkehr eingespielt und ein wenig sortiert. Doch dabei blieb es dann aus Zeitgründen erst einmal. Zu zeitintensiv waren die Vorlesungsvorbereitungen während des Auslandssemesters.

Die Produktion

Wie dem auch sei, erst  in den letzten Monaten entstand dann jedenfalls ein fertiger Film. Es handelt sich um eine “No-Budget”-Produktion, die die Impressionen einer längeren Radtour vermitteln soll. Wer ausführliche Hintergründe über die durchfahrenen Kulturlandschaften erwartet, wird vielleicht enttäuscht. Vielmehr ist es ein persönlicher Erfahrungsbericht.

Gedreht wurde mit einer Sony VX 2000- Kamera auf MiniDV, geschnitten mit Final Cut Express.

English Version – Projekt noch nicht beendet

Derzeit ist die Dokumentation nur auf deutsch verfügbar. Es wird aber in nächster Zeit noch eine Version mit englischem Untertitel geben. Für Radfahrer folgt auch eine Aufbereitung der wichtigsten Tourinformationen.

Hier geht es zum Trailer



Nomade auf Zeit from Martin Letsche on Vimeo.


Bei schönem Wetter kann es jeder

Mai 17, 2010

zu den Photos der Tour

An diesem Samstag fuhren Toni, Manu und ich mit unseren Rädern von Bad Lausick (bei Leipzig) bis in die tschechische Hauptstadt. Dass es kein Kinderspiel werden würde, war uns vorher vollkommen klar. Es war ja nicht der erste Versuch. Das miserable Wetter hatte allerdings keiner so richtig auf der Rechnung. Die letzten beiden Male sind wir immer Anfang April zu dieser Tour aufgebrochen. Da ist es früh am Morgen sowieso noch recht frisch. Doch konstante Temperaturen um fünf Grad bei stetigem Nieselregen können einem auch im Mai noch ganz schön die Kraft und das Gefühl in den Zehen rauben.

Gegen 9 Uhr kamen wir in Chemnitz an. Nachdem wir die trotz Handschuhen kalten Fingern an einer heißen Tasse Kakao gewärmt hatten, ging es hinauf ins Erzgebirge – aber ohne Aussicht auf Wetterbesserung. Als wir in Reizenhain 200 Meter vor der tschechischen Grenze durch den gespenstig vernebelten Wald fuhren, holte sich Manu auch einen Plattfuß weg. Weil wir keinen Ersatzschlauch dabei hatten, hieß es jetzt flicken. Jeder, der schon einmal versucht hat, mit eiskalten Fingern präzise Arbeiten auszuführen, weiß, wie sich das anfühlt. Nach 15 Minuten waren wir zum Glück wieder unterwegs.

Auf tschechischer Seite kämpften wir uns die letzten beiden Anstiege hoch, ehe wir die gut ausgebaute Ortsumgehung in Chomuntov herunterrasten. Bei Tempo 70 wurde es dann noch einmal ganz schön kalt, aber je tiefer wir kamen, umso mehr löste sich der Nabel auf. Nach der Mittagspause bekamen wir sogar ein paar wenige tschechische Sonnenstrahlen ab.

Bis kurz vor Prag “fraßen” wir die Kilometer bei leichtem Rückenwind regelrecht. Als wir die Hauptstraße 7 dann aber verließen und über einige Dörfer unseren Weg suchten, mussten wir immer wieder auf der Karte kontrollieren, ob wir noch richtig waren. Die naheliegende Hauptstadt war bis wenige Kilometer vor dem Ortsschild nicht ausgeschildert.

Als wir dann in Prag ankamen, machte sich schon etwas Erschöpfung bemerkbar. Wir verfuhren uns und brauchten eine gefühlte Ewigkeit, ehe wir das ausgemachte Ziel – die Karlsbrücke – schließlich fanden. Nach ein, zwei tschechischen Bieren fand der Tag in einem Hotelzimmer ein recht schnelles Ende.

Kleine Statistik der Tour:

gefahrene Kilometer: 230,86

Fahrzeit: 9:57:11

Durchschnitt in km/h: 23, 19

max.Geschwindigkeit(km/h): 72,97

Höhenmeter: ca. 2200


Bad Lausick – Prag – an einem Tag Vol. III

Mai 11, 2010

Am Samstag, dem 15. 5. 2010 ist es soweit. Zu dritt werden Toni, Manu und ich versuchen, die tschechische Hauptstadt allein mit Muskelkraft an einem Tag zu erreichen. Bereits zum dritten Mal stellen wir uns dieser Herausforderung. Bei den vergangenen Versuchen hat es immer Probleme gegeben.

Wenn wir uns kurz vor Sonnenaufgang in Bad Lausick (bei Leipzig) auf unsere Räder setzen, liegen ungefähr 240 Kilometer vor uns. Unglücklicherweise ist uns die Pultscholle mit dem Namen Erzgebirge im Weg. Wenn wir am frühen Morgen nach etwa 50 Kilometern Chemnitz erreichen, liegen noch etwa 2300 Höhenmeter vor uns.

Höhenprofil der Tour
Höhenprofil der Tour

Im ersten Jahr scheiterte das Unternehmen an der falschen Routenwahl. Wir durchquerten das Erzgebirge bei Seifen an der „schmalsten“ Stelle und fuhren dabei einen nicht unerheblichen Umweg, der zu viel Zeit kostete. 60 Kilometer vor dem Ziel brachen wir bei Louny ab. Im letzten Jahr wählten wir den direkten Weg. Wir befanden uns wieder kurz hinter Louny, als eine gebrochene Achse uns eine längere Unterbrechung bescherte. Dennoch erreichten wir dank unserem “Begleitfahrzeug” mit etwas Verspätung Praha.

Tour Updates gibt es wie immer live direkt aus dem Sattel via Twitter.

Hier gibt es den Bericht vom letzten Jahr.

Und hier den von 2007.


Studieren an der Ateneo de Manila University

Mai 3, 2010

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Dieser Beitrag richtet sich an alle, die planen, ein Auslandssemester auf den Philippinen zu verbringen. Es handelt sich ausschließlich um meine persönlichen Erfahrungen. Deshalb habe ich die Links zu den offiziellen Stellen mit angeführt.

Das Visum

Ich habe mir vor meiner Einreise ein sechs Monate geltendes „Multiply Entry Visum“ besorgt. Das ging einfach auf dem Postweg über die Botschaft der Philippinen in Berlin und hat 60€ gekostet. Damit war ich dann alle Sorgen los und brauchte auch kein Rückflugticket (und konnte in den 6 Monaten so oft ein-und ausreisen, wie ich wollte). Was ihr an Dokumenten mitschicken müsst, lest ihr hier auf der Website der Botschaft der Philippinen in Berlin.

Man kann auf die Philippinen einreisen, ohne sich vorher um ein Visum zu kümmern. Dann bekommt man Touristenvisum, das nur einige Wochen gilt. Dann ist es aber kein Problem (kostet aber Geld) beim Immigrationsamt eine Verlängerung zu bekommen. Je nachdem, von wo aus man einreist, braucht man aber bereits bei der Einreise ein Ticket, das einen wieder außer Landes bringt. Dazu solltet ihr am besten direkt bei eurer Airline nachfragen.

Viele Studenten haben es aber so gelöst, dass sie einfach aller paar Wochen übers Wochenende die Philippinen verlassen haben und zum Beispiel nach Hong Kong, Taipeh oder Singapur geflogen sind. Günstige Flüge gibt es genug bei lokalen Billigfliegern wie Cebu Pacific, Philippine Airlines, Tiger Airways und Air Philippines.

Impfungen

Meine Versicherung hat mir alle Impfungen bezahlt. Deshalb habe ich neben Hepatitis A und B und Typhus auch Tollwut und Japanische Enzephalitis mitgenommen.Letztere werden nur empfohlen, wenn man Rucksacktouren durch bestimmte Regionen unternimmt. Außerdem habe ich einen Malariaprophylaxe mitgenommen.

Versicherung

Das muss sicherlich jeder für sich selbst entscheiden. Für mich war die ENVIVAS die günstigste Versicherung. Vorher hatte ich noch das Angebot vom ADAC im Auge.

Anreise

Meinen Flug im September habe ich recht günstig über die Seite von sta-travel bekommen. Ich bin dabei mit Emirates von Frankfurt über Dubai (6 Stunden) nach Manila (8 Stunden) geflogen. Das Ganze hat nur 266€ (Normaltarif) gekostet.

In Manila angekommen, solltet ihr auf keinen Fall ein reserviertes Taxi nehmen, das die Uni organisiert. Am besten,ihr stimmt das vorher auch mit denen ab. Die verlangen astronomische Preise! (Wir mussten 700 Peso pro Person zahlen. Der normale Fahrpreis liegt bei 200-300 Peso pro Taxi!) Auch solltet ihr nicht die teuren gelben Airport-Taxis nehmen. Die weißen sind die „normalen“ Taxis. Beim Einsteigen sagt ihr einfach bestimmt, wo ihr hinwollt. Im Fall der Ateneo ist das dann wohl in der Nähe der Katipunan Avenue, Quezon City (Kennt jeder!) Ihr müsst auch gleich hinterherschieben, dass „per meter“ gefahren wird, ansonsten zahlt ihr drauf. Lasst euch nicht einlullen von Argumenten wie „too much traffic“, „additional fee for luggage“, „gasoline is expensive“, sondern wechselt einfach das Taxi. Die gibt es in Manila wirklich wie Sand am Meer.

Die Universität

Der Campus der Ateneo de Manila University liegt direkt an der Katipunan Avenue. Nach der Anmeldung vor Ort kommen nochmal ein paar Kosten auf euch zu. Wenn ihr mit einem touristischen Visum eingereist seit (auch das Multiply Entry), müsst ihr für eine Special StudyPermit (ca. 80€) und seit diesem Jahr wohl auch noch für einen neuen Studentenausweis bezahlen. Den hab ich mir einfach nicht gekauft und es hat auch nie jemand danach gefragt.

Weitere Informationen zum Studium an der Ateneo gibt es hier.

Mietpreise

Generell ist das Mietpreisniveau rund um den Campus gehoben. Verglichen mit Deutschland ist es aber immer noch günstig. Wir haben für unsere 3er-WG im Burgundy Plaza (ein Hochhaus direkt gegenüber der Uni) insgesamt 40 000 Peso pro Monat bezahlt. Die vielen von Studenten bewohnten Häuser in der Gegend sind um einiges günstiger und in ruhigerer Lage. Allerdings gab es sehr wenig Kapazitäten, da im letzten November viele Tsunamiopfer dort untergebracht waren. Die ersten Tage dachte ich, die Motorräder auf der Katipunan Avenue fahren mir direkt übers Bett.

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