Studieren an der Ateneo de Manila University

Mai 3, 2010

Druckversion (pdf) des Artikels

Dieser Beitrag richtet sich an alle, die planen, ein Auslandssemester auf den Philippinen zu verbringen. Es handelt sich ausschließlich um meine persönlichen Erfahrungen. Deshalb habe ich die Links zu den offiziellen Stellen mit angeführt.

Das Visum

Ich habe mir vor meiner Einreise ein sechs Monate geltendes „Multiply Entry Visum“ besorgt. Das ging einfach auf dem Postweg über die Botschaft der Philippinen in Berlin und hat 60€ gekostet. Damit war ich dann alle Sorgen los und brauchte auch kein Rückflugticket (und konnte in den 6 Monaten so oft ein-und ausreisen, wie ich wollte). Was ihr an Dokumenten mitschicken müsst, lest ihr hier auf der Website der Botschaft der Philippinen in Berlin.

Man kann auf die Philippinen einreisen, ohne sich vorher um ein Visum zu kümmern. Dann bekommt man Touristenvisum, das nur einige Wochen gilt. Dann ist es aber kein Problem (kostet aber Geld) beim Immigrationsamt eine Verlängerung zu bekommen. Je nachdem, von wo aus man einreist, braucht man aber bereits bei der Einreise ein Ticket, das einen wieder außer Landes bringt. Dazu solltet ihr am besten direkt bei eurer Airline nachfragen.

Viele Studenten haben es aber so gelöst, dass sie einfach aller paar Wochen übers Wochenende die Philippinen verlassen haben und zum Beispiel nach Hong Kong, Taipeh oder Singapur geflogen sind. Günstige Flüge gibt es genug bei lokalen Billigfliegern wie Cebu Pacific, Philippine Airlines, Tiger Airways und Air Philippines.

Impfungen

Meine Versicherung hat mir alle Impfungen bezahlt. Deshalb habe ich neben Hepatitis A und B und Typhus auch Tollwut und Japanische Enzephalitis mitgenommen.Letztere werden nur empfohlen, wenn man Rucksacktouren durch bestimmte Regionen unternimmt. Außerdem habe ich einen Malariaprophylaxe mitgenommen.

Versicherung

Das muss sicherlich jeder für sich selbst entscheiden. Für mich war die ENVIVAS die günstigste Versicherung. Vorher hatte ich noch das Angebot vom ADAC im Auge.

Anreise

Meinen Flug im September habe ich recht günstig über die Seite von sta-travel bekommen. Ich bin dabei mit Emirates von Frankfurt über Dubai (6 Stunden) nach Manila (8 Stunden) geflogen. Das Ganze hat nur 266€ (Normaltarif) gekostet.

In Manila angekommen, solltet ihr auf keinen Fall ein reserviertes Taxi nehmen, das die Uni organisiert. Am besten,ihr stimmt das vorher auch mit denen ab. Die verlangen astronomische Preise! (Wir mussten 700 Peso pro Person zahlen. Der normale Fahrpreis liegt bei 200-300 Peso pro Taxi!) Auch solltet ihr nicht die teuren gelben Airport-Taxis nehmen. Die weißen sind die „normalen“ Taxis. Beim Einsteigen sagt ihr einfach bestimmt, wo ihr hinwollt. Im Fall der Ateneo ist das dann wohl in der Nähe der Katipunan Avenue, Quezon City (Kennt jeder!) Ihr müsst auch gleich hinterherschieben, dass „per meter“ gefahren wird, ansonsten zahlt ihr drauf. Lasst euch nicht einlullen von Argumenten wie „too much traffic“, „additional fee for luggage“, „gasoline is expensive“, sondern wechselt einfach das Taxi. Die gibt es in Manila wirklich wie Sand am Meer.

Die Universität

Der Campus der Ateneo de Manila University liegt direkt an der Katipunan Avenue. Nach der Anmeldung vor Ort kommen nochmal ein paar Kosten auf euch zu. Wenn ihr mit einem touristischen Visum eingereist seit (auch das Multiply Entry), müsst ihr für eine Special StudyPermit (ca. 80€) und seit diesem Jahr wohl auch noch für einen neuen Studentenausweis bezahlen. Den hab ich mir einfach nicht gekauft und es hat auch nie jemand danach gefragt.

Weitere Informationen zum Studium an der Ateneo gibt es hier.

Mietpreise

Generell ist das Mietpreisniveau rund um den Campus gehoben. Verglichen mit Deutschland ist es aber immer noch günstig. Wir haben für unsere 3er-WG im Burgundy Plaza (ein Hochhaus direkt gegenüber der Uni) insgesamt 40 000 Peso pro Monat bezahlt. Die vielen von Studenten bewohnten Häuser in der Gegend sind um einiges günstiger und in ruhigerer Lage. Allerdings gab es sehr wenig Kapazitäten, da im letzten November viele Tsunamiopfer dort untergebracht waren. Die ersten Tage dachte ich, die Motorräder auf der Katipunan Avenue fahren mir direkt übers Bett.

Druckversion (pdf) des Artikels


Mit dem Zug zurück nach Deutschland

März 4, 2010

Nach 2 Wochen Studium am Stück in Manila geht es jetzt auf zum letzten großen Reisen auf den Philippinen. Heute Abend beginnt es mit einer Busfahrt nach Legaspi, um am Wochenende die größten Fische der Welt zu beobachten – die bis zu 18 Meter langen Walhaie. Auch auf dem Programm steht der „schönste“ Vulkan der Welt, der vor einem Monat wieder einmal gebrodelt hat – der Mt. Mayon.

Im Anschluss daran geht es dann noch einmal auf eine kleine Rundreise. Es beginnt mit Boracay, dem touristischen Traumstrand der Philippinen. Dort werde ich Roy, einen philippinischen Freund besuchen. Danach fahre ich mit Coco noch einmal nach Romblon Island, um etwas Abgeschiedenheit zu genießen.

Nach einem kurzen Zwischenstop in Manila geht es dann weiter über Dumaguete nach Siquior, einer kleine Insel im Süden der Philippinen.

Anschließend mache ich noch einen Abstecher nach Taipeh. Dann geht es nach Sagada und Banaue, um die Reisterassen und die hängenden Särge zu bestaunen. Ostern schauen wir uns noch die menschlichen Kreuzigungen in San Fernando an.

Anfang April werde ich mit Tobi die Rückreise nach Deutschland antreten. Zunächst sind dabei Zwischenstops in Shanghai und Peking geplant. von dort geht es auf dem Landweg mit der transsibirischen Eisenbahn weiter bis Moskau und schließlich nach Berlin.

Es wird also noch einiges zu berichten geben…

Bis bald,

Der Radlausicker


Jetleg, Hitze und nur mit Schuhen kochen

November 10, 2009

Nach knapp einer Woche im Land der Mangos habe ich endlich mal eine ruhige Minute gefunden, um meine ersten Eindrücke festzuhalten.

Blick vom Balkon

weitere Fotos von Manila

Um hier anzukommen waren insgesamt 5 Stunden in Zügen, 14 Stunden in Flugzeugen und dann nochmal 2 Stunden in einem Taxi nötig. Genug Zeit, um sein natürliches Zeitgefühl zu verlieren. Verlief auf dem Flug von Frankfurt nach Dubai noch alles in geregelten Bahnen, so erwachte ich auf dem anschließenden Flug nach Manila im Dunklen Flugzeug. Welche Tageszeit war es? Wo waren wir? Vor mir stand ein Mahlzeit, aber es hnadelte sich nicht um Frühstück, dass ich eigentlich erwartet hatte. Dann bemerkte ich, dass die Fenster des Flugzueuges fast alle verdunkelt waren, damit die Passagiere den Inhalt ihrer Multimediamonitore erkennen konnten.Ich schob mein Fensterverdeck vorsichtig nach oben und wurde sofort von intensiven Sonnenstrahlen geblendet. Willkomen im Jetleg!

Unter uns war nichts als blaues Meer. Ich hatte irgendwie einen Tag verpasst, aber Tage vergehen wohl auch schneller wenn man  sich mit 900 Kilometern in der Stunde nach Osten bewegt. Auf dem Monitor vor mir ist ein Flugzeug schematisch von oben abgebildet. Daruntere ist alles blau. Nichts als Meer also Plötzlich taucht am linken Bildrand wieder etwas Land auf, aber eher in kleinen Flecken. Das müssen sie sein, die ersten Inseln, die zu den Philippinen zählen.Erwartungsvoll schaue ich nach unten, doch nichts. Jetzt kommt auch aus dem Cockpit die Ansage, dass der Landeanflug beginnt. Wieder blicke ich nach unten, doch immer noch nichts. Laut dem Bildschirm vor mir müssten wir jetzt schon direkt über den Flecken im Wasser sein. Ein erneuter Blick nach unten und tatsächlich ist da auf einmal eine Insel zu sehen. Jeder der schon einmal geflogen ist, kennt die Perspektive. Das ganze kommt dem Blick auf die Landschaft einer Modeleisenbahn sehr nahe Nur das es auf der Insel weder Schienen noch Straßen zu geben schien. Es musste eine der ca.7000 zum Archipel gehörenden Inseln sein, von denen nur die wenigsten bewohnt sind. Plötzlich tauchten weitere auf. Zwischen ihnen waren kleine Fischerboote auszumachen.

Plötzlich wichen die das Wasser unter uns einer Landschaft aus Hütten,Häusern und Autos. Wir hatten die Supermetropele – das Moloch Manila erreicht.

Die Einreise verlief reibungslos.Nachdem man uns mit einer Wärmebildkamera durchleuchtet hatte,  und wir unser Gepäck heil wiederfanden, konnten wir einreisen in unsere neue Heimat für die nächsten Monate.

Als wir das klimatisierte Flughafengebäude verließen, um uns ein Taxi zu suchen, kam uns ein Schwall tropischer Luft entgegen. Sofort umgab uns eine feuchte Hitze, obwohl keine Sonne schien. Als wir  dann mit verschwitzen T-Shirt ins Taxi stiegen, ging es von einem ins andere Extrem. Die Klimaanlage verwandelte die Fahrzeuginnenraum in einen Kühlschrank. Was wir erst als angenehm empfanden, wurde später noch richtig kalt. Die Vorstellung, dass wir nicht so lange im Auto unterwegs sein würden, erwies sich im Feierabendverkehr einer Stadt mit ca. 18 Mio Einwohnern als sehr optimistisch. Nach ca.2 Stunden voller Hupen, Drängeln und Gas geben und Bremsen erreichten wir schließlich unser Hostel. Ich habe dieses Jahr ja schon osteuropäischen Straßenverkehr erlebt, aber das, was wir hier erlebten, übertraf alles! Hier regiert das Recht des lauteren. Auf einer 3-spurigen Hauptstraße rollte eine Blechlawine aus Autos, LKWs, Mopeds, Jepneys in 10er- Reihen nebeneinander. Wer blinkt hat keine Chance – nur wer hupt und Gas gibt, kommt voran.

Nach der nervenaufreibenden Taxifahrt waren wir einfach nur froh, endlich das Hostel erreicht zu haben.  Dort trafen wir Tobi, der schon seit einigen Wochen durch Südostasien getourt war.

Viel Zeit zum Durchatmen blieb uns nicht. Nach einem kleinen Abstecher in die Straßen von Quezon City (Name unseres Stadtteils), kamen wir dann gegen vier ins Bett.

Nachdem wir dann den Rest der Woche in einem Hostel verbracht haben, leben wir seit Sonntag in unserer eigenen Wohnung mit einem herrlichen Blick über den Campus der Ateneo de Manila University. Die Zeitumstellung und die tropischen Temperaturen hat unser Körper aber immer noch nicht verstanden. Selbst, wenn wir nicht ausgehen, kommen wir selten vor um drei morgens ins Bett.

Da wir das hier verbreitete American Junkfood hing uns schon nach ein paar Tagen zum Hals raus. Als wir das erstemal selbst kochten, entpuppte sich das auch als Abenteuer. Als Tobi seine Finger ins Wasser  im Topf steckte, durchfuhrihn ein leichtes Kribbeln. Um sicher zu gehen, dass er sich das nicht eingebildet hatte, ließ er mich freundlicherweise auch noch mal probieren. War in etwa was Gefühl, als wenn man an einen Weidezaun fasst! Am nächsten Tag erklärte uns unser Vermieter, dass auf den Philippinen der Strom nicht geerdet ist. Das bedeutet für uns jetzt, nicht mehr barfuß zu kochen ;-)

Am kommenden Wochenende entfliehen wir das erste Mal der Stadt und suchen uns nördlich Manilas eine schöne Insel.

Bis dahin!

Martin



Radlausicker ohne Rad

November 2, 2009

Hallo allerseits!

Nach einigen Fragen, wo denn der Rest des Reiseberichts bleibt, hier nun eine kurze Erklärung.

Da ich jetzt das Rohmaterial für die Videodokumentation durchgesehen habe und in den nächsten Tagen mit dem Schnitt beginnen werde, möchte ich einfach nicht ein und die selbe Geschichte mehrmals erzählen. Also gibt es bis zur Fertigstellung der filmischen Reportage keine weiteren Reiseberichte in Textform.

Auf dieser Seite gibt es weiterhin alle Neuigkeiten rund um den aktuellen Stand. Ich hoffe, dass es am Ende 2009 ein vorzeigbares Ergebnis gibt.

Zum Schluss noch etwas anderes. Ab sofort gibt es auf dieser radlausick-Seite Tagebucheinträge und fotografische Impressionen meiner Philippinen-Tour in einer separaten Kategorie.

Bis dahin!

Euer Martin a.k.a. Radlausicker


Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.