Video der Pragtour 2011 online

Mai 5, 2011

Auch in diesem Jahr radelten wir die 230 Kilometer über das Erzgebirge bis in die tschechische Hauptstadt. Und auch diesmal blieben Pannen nicht aus. Aber es gab wieder etwas Neues. Achsenbruch und Platten hatten wir ja alles schon bei vorangegangenen Touren. Aber eine gerissene Kette noch nicht! Dank Kettennieter war das Problem jedoch innerhalb von wenigen Minuten behoben. Was uns eher noch zu schaffen machte, war das Wetter, das pünktlich zur ersten längeren Abfahrt von sonnig auf gewittrig umschlug. Einige Kilometer mussten wir im strömenden Regen kurbeln.

Aber die Prag-Tour ist ja schließlich keine Kaffeefahrt! ;-)


Und wieder geht´s nach Prag… an einem Tag

April 26, 2011

Platten im Erzgebirge 2010

Kommenden Samstag heißt es wieder „Auf nach Prag – an einem Tag“. Damit geht das alljährliche Radlausick-Projekt in die vierte Runde. Die bisherigen Versuche waren trotz aller Unvorhersehbarkeiten fast immer erfolgreich. Nur im ersten Jahr scheiterte das Projekt an der schlechten Routenplanung. Aber auch in den letzten Jahren war die 230-Kilometer-Tour kein Start-Ziel-Sieg. Einmal eine gebrochene Radachse, die uns aufhielt, das andere Mal einen Platten flicken bei frostigen Temperaturen im Erzgebirge.

Die Route führt auch diesmal aus dem Muldental bei Leipzig zunächst nach Chemnitz. Von dort heißt dann Zähne zusammenbeißen und hinauf ins Erzgebirge. Insgesamt hält die Tour 2000 Höhenmeter für ihre Teilnehmer bereit. Gegen Mittag sollte das Gröbste davon bewältigt sein. Über Chomutov und Louny geht es dann Richtung Prag. Aber auch das ist erfahrungsgemäß nicht nur ein „Ausrollen“, da die vegetationsarme Landschaft eine günstige Umgebung für Wind darstellt. Wie immer beim Radfahren weht der natürlich von vorn. Dazu kommen ein paar letzte Hügel, die überwunden werden wollen, ehe das Ziel vor Augen liegen wird.

Die Teilnehmerzahl wächst. Nachdem alles zu zweit begann, stellen sich immer mehr Radoneros der kleinen „Anradel“-Herausforderung. Dieses Mal sind wir bereits zu fünft. Es kann also endlich auch mal Windschatten gefahren werden ;-)

Aus dem Sattel wird natürlich wieder ein wenig gezwitschert!

Streckenprofil der Tour


Nomade auf Zeit

Mai 29, 2010

Neun Monate sind bereits vergangen, seit ich gemeinsam mit Kunststudent Manuel Schneidewind zu der Radtour entlang der Donau aufbrach. Das dabei entstandene Videomaterial habe ich zwar gleich nach der Rückkehr eingespielt und ein wenig sortiert. Doch dabei blieb es dann aus Zeitgründen erst einmal. Zu zeitintensiv waren die Vorlesungsvorbereitungen während des Auslandssemesters.

Die Produktion

Wie dem auch sei, erst  in den letzten Monaten entstand dann jedenfalls ein fertiger Film. Es handelt sich um eine “No-Budget”-Produktion, die die Impressionen einer längeren Radtour vermitteln soll. Wer ausführliche Hintergründe über die durchfahrenen Kulturlandschaften erwartet, wird vielleicht enttäuscht. Vielmehr ist es ein persönlicher Erfahrungsbericht.

Gedreht wurde mit einer Sony VX 2000- Kamera auf MiniDV, geschnitten mit Final Cut Express.

English Version – Projekt noch nicht beendet

Derzeit ist die Dokumentation nur auf deutsch verfügbar. Es wird aber in nächster Zeit noch eine Version mit englischem Untertitel geben. Für Radfahrer folgt auch eine Aufbereitung der wichtigsten Tourinformationen.

Hier geht es zum Trailer



Nomade auf Zeit from Martin Letsche on Vimeo.


Bei schönem Wetter kann es jeder

Mai 17, 2010

zu den Photos der Tour

An diesem Samstag fuhren Toni, Manu und ich mit unseren Rädern von Bad Lausick (bei Leipzig) bis in die tschechische Hauptstadt. Dass es kein Kinderspiel werden würde, war uns vorher vollkommen klar. Es war ja nicht der erste Versuch. Das miserable Wetter hatte allerdings keiner so richtig auf der Rechnung. Die letzten beiden Male sind wir immer Anfang April zu dieser Tour aufgebrochen. Da ist es früh am Morgen sowieso noch recht frisch. Doch konstante Temperaturen um fünf Grad bei stetigem Nieselregen können einem auch im Mai noch ganz schön die Kraft und das Gefühl in den Zehen rauben.

Gegen 9 Uhr kamen wir in Chemnitz an. Nachdem wir die trotz Handschuhen kalten Fingern an einer heißen Tasse Kakao gewärmt hatten, ging es hinauf ins Erzgebirge – aber ohne Aussicht auf Wetterbesserung. Als wir in Reizenhain 200 Meter vor der tschechischen Grenze durch den gespenstig vernebelten Wald fuhren, holte sich Manu auch einen Plattfuß weg. Weil wir keinen Ersatzschlauch dabei hatten, hieß es jetzt flicken. Jeder, der schon einmal versucht hat, mit eiskalten Fingern präzise Arbeiten auszuführen, weiß, wie sich das anfühlt. Nach 15 Minuten waren wir zum Glück wieder unterwegs.

Auf tschechischer Seite kämpften wir uns die letzten beiden Anstiege hoch, ehe wir die gut ausgebaute Ortsumgehung in Chomuntov herunterrasten. Bei Tempo 70 wurde es dann noch einmal ganz schön kalt, aber je tiefer wir kamen, umso mehr löste sich der Nabel auf. Nach der Mittagspause bekamen wir sogar ein paar wenige tschechische Sonnenstrahlen ab.

Bis kurz vor Prag “fraßen” wir die Kilometer bei leichtem Rückenwind regelrecht. Als wir die Hauptstraße 7 dann aber verließen und über einige Dörfer unseren Weg suchten, mussten wir immer wieder auf der Karte kontrollieren, ob wir noch richtig waren. Die naheliegende Hauptstadt war bis wenige Kilometer vor dem Ortsschild nicht ausgeschildert.

Als wir dann in Prag ankamen, machte sich schon etwas Erschöpfung bemerkbar. Wir verfuhren uns und brauchten eine gefühlte Ewigkeit, ehe wir das ausgemachte Ziel – die Karlsbrücke – schließlich fanden. Nach ein, zwei tschechischen Bieren fand der Tag in einem Hotelzimmer ein recht schnelles Ende.

Kleine Statistik der Tour:

gefahrene Kilometer: 230,86

Fahrzeit: 9:57:11

Durchschnitt in km/h: 23, 19

max.Geschwindigkeit(km/h): 72,97

Höhenmeter: ca. 2200


Donautour Teil 1 – Eine Zugfahrt die ist lustig…

Oktober 4, 2009

Normalerweise wollte ich dieses Kapitel außenvor lassen, da es nichts mit der eigentlichen Tour zu tun hat. Aber dann fand ich es doch zu prägnant, um es einfach fallen zu lassen.

Es ist der Morgen des 1. Septembers als ich die letzten Spanngurte über die Taschen ziehe und Gina, so der Name des Stahlrosses, die Kellertreppe hochhieve. Die Sonne scheint und es sieht nach einem warmen Tag aus. Zu schade eigentlich, dass wir seinen größten Teil in Zügen verbringen werden. Aber wir haben uns nun Mal die Quelle der Donau als Startpunkt unserer Tour ausgewählt. Mit uns meine ich Manu und mich. Zu zweit wollen wir die ca. 3000 Kilometer gen Osten gemeinsam mit dem nach der Wolga zweitlängsten Fluss Europas bewältigen.

Viele Fragen drehten sich in meinem Kopf. Passt die Chemie zwischen uns? Halten wir es 4 Wochen zusammengepfercht aus? Wie gut kann man die osteuropäischen Straßen mit dem Fahrrad befahren? Was für Menschen werden wir treffen? Sind wir auf alles vorbereitet? Nur eine Frage stellte ich nicht. Die Frage, ob die Tour erfolgreich verlaufen würde. Zwar war es genau das , was uns von vielen Freunden gewünscht worden war, aber was will man uns sonst mit auf den Weg geben? Nur was bedeutet Erfolg schon bei einem Abenteuer, und als solches haben wir Tour von Anfang an begriffen. Uns war absolut bewusst, dass das kein 4-wöchiger Campingurlaub werden würde. Eine solche Naivität wäre schon in der ersten Nacht bestraft worden, wie sich noch zeigen sollte.

Am Leipziger Hauptbahnhof traf ich auf Manu und meine Schwester. Nachdem wir uns verabschiedet hatten, starteten wir unserer erste Tagesetappe auf Schienen. Das „Quer durch Deutschland“ -Ticket bot zwar eine günstige, aber leider auch eine sehr langwierige Möglichkeit zur Donauquelle zu gelangen. Da wir im wahrsten Sinne des Wortes quer durchs Land mussten, war das mit zahlreichen Umstiegen verbunden. Der Zug von Zwickau nach Hof war proppevoll. Leider sind nur die Abteile klimatisiert, nicht die Bereiche dazwischen, in denen sich immer die Fahrradplätze befinden. Bei schöner Sonneneinstrahlung durchs Fenster entwickelt sich da schnell ein angenehmes Klima. Idealerweise befinden sich in diesen Bereichen auch immer die Toiletten, deren Schiebetüren sich bei jedem Bremsen wie von Geisterhand öffnen. Und Regionalzüge halten wirklich sehr oft. So hatten wir schon bald eine Luftgemisch aus Schweiß und Klostein, dass sich auch in der Stimmung einiger Fahrgäste niederschlug. Menschen schoben sich aneinander vorbei und maulten sich an, wenn sie sich vom anderen in ihrer Bewegungsfreiheit tangiert fühlten.

Das Ganze gipfelte darin, dass die Fahrgäste aus den Abteilen sich bereits eine Viertelstunde vor der Ankunft in Hof ihre Polposition für den Ausstieg sichern wollten und aus den Abteilen drängten, bis die Gänge vollends zugestopft waren und ich mir allmehlig wirklich wie eine Wiener im Glas im vorkam. Eine älterer Herr, der den Andrang auf die Ausgänge verpasst hatte, nutze die clever die Gunst der Stunde und drängte sich etwas ungestüm und mit missfälligen Bemerkungen anderer Fahrgäste bedacht durch die Reihen. Als er direkt auf sein plumpes Verhalten angesprochen wurde und aufgefordert wurde, sich wie alle anderen hinten einzureihen, entfuhr es aus ihm in ungeheurer Lautstärke: „Ich muss mal aufs Klo!“ Manu und ich schauten uns an und wir mussten unweigerlich loslachen. Ob Erich Kästner seinen Vergleich von Erwachsenen und Kindern auf solche Ausprägungen beziehen wollte?

Einige Stunden und erheiternde Ereignisse dieser Art später kamen wir gegen 21 Uhr in Donaueschingen an. Es war bereits dunkel als wir vor dem Bahnhof den Stadtplan nach der Donauquelle absuchten. Während es den ganze Tag blauen Himmel gegeben hatte, begann nun ein leichter Nieselregen, der binnen Sekunden zu einem kleinen Schauer heranwuchs. Wir stellten uns kurz unter und packten die Stirnlampen aus. Als der Regen etwas nachgelassen hatte, blickten wir kurz auf den Kompass und fuhren los. Leider wurde der Regen nicht weniger und wir entschieden uns lieber schnellst möglich einen Schlafplatz zu suchen. Während wir in eine gut gepflegte Parkanlage fuhren wurde die Landschaft aller paar Sekunden taghell beleuchtet. Es blitzte und donnerte ununterbrochen und das Wasser floss jetzt in Strömen. Während wir an einer alten Scheune vorbeifuhren sah ich im Blitzlicht eine kleine Hütte am Wegesrand. Ich kehrte um und fuhr hin. Erst als meine Kopflampe das innere ausleuchtete, erkannte ich, dass wir hier zu spät waren. Ein Obdachloser hatte sie schon besetzt. Also fuhren wir weiter. Das Gewitter war jetzt offensichtlich genau über uns. Wir bogen in einen kleinen Weg ab, der aber in ein sehr sumpfiges Unterholz führte. Da konnten wir kein Zelt aufschlagen, schon gar nicht bei dem Regen.

Schließlich fanden wir einen Wohnmobilstellplatz und waren schon fast dabei, unser Zelt daneben aufzubauen als ich wieder im Blitzlicht ein großes Überdachtes Rondell erblickte – mitten auf einer Weide. Tatsächlich fanden wir dort unsere trockenen 10 Quadratmeter mitten in dem Unwetter. Wir bracuhten nicht einmal ein Zelt aufzubauen. Während wir unsere Matten auf dem Holzboden ausrollten, ließ auch der Regen nach. Wir erlebten den ersten Härtefall also schon vor der eigentlichen Tour – was sollte da auf uns zukommen? Erschöpft von diesem ersten kleinen Kraftakt schliefen wir bald ein.


Countdown läuft – noch 4 Tage bis zum Start

August 27, 2009

Nachdem Manu mit seinen beiden Kollegen wieder heil aus der Provence zurück gekommen ist und nun die Tourentauglichkeit seines Rades ausgiebig getestet hat, kann es am Dienstag, dem 1. September 2009 endlich losgehen mit unserer Donau- Radtour “Von der Quelle bis zum Delta”.

Dabei spielt sich der erste Tag größtenteils in den Nahverkehrszügen der Bahn ab. Gegen Abend werden wir dann in Donaueschingen eintrudeln und den Ursprung des Flusses suchen, dem wir dann in den folgenden 4 Wochen Richtung Osten begleiten werden.

Nachdem meine Elke (ehemaliges Tourenrad – Anmerk. d. Red.) jetzt ihr entspanntes Rentnerdasein als Stadtrad fristet und auch Marie (Dikts Tourenrad – Anmerk. d. Red.) dieses Jahr auch nicht dabei ist, stelle ich an dieser Stelle kurz unsere neue “Reisebegleitung” vor.

Manu geht mit seinem Gran Tourismo an den Start – einem zum Tourenrad, das sportlich gefahren werden will. Die gerade einmal 11 Kilogramm Eigengewicht lassen genug Spielraum für ordentlich Zuladung! Damit ist geklärt,wer das Zelt transportiert! :-)

Gran T.

Ich werde, wie schon bei der Prag-Tour dieses Jahr auf Gina zurückgreifen, eine freundliche Leihgabe. Sie hat einen stählernen Körper und ist zwar schon über 15 Jahre alt, wurde aber stets gut gepflegt. Seit Prag hat sie auch eine neue Achse, die hoffentlich erstmal eine Weile hält. Hoffentlich!

Gina


Warum sich die Tour doch etwas verlängert

Juli 26, 2009

Nach einigen Recherchen nach günstigen Rückreisemöglichkeiten ist jetzt doch eine kleine Umplanung zustande gekommen. Ein Rückflug von Varna war nur über Sofia möglich und auch der Preis mit 160€ (Rad hätte ca. 6 € pro Kilo gekostet!!!) war ganz schön knackig. Eine Zugfahrt mit einer Art Interrail-Ticket hätte ungefähr das Gleiche gekostet. Dazu wären eventuell noch Schlafwagenaufschläge gekommen. Aber so romantisch eine Zugfahrt auch sein mag, so unsicher wäre auch sicher der Schlaf, wenn man seine Räder nicht im Blick hat. Deswegen haben wir uns entschieden, doch noch 120 Kilometer weiter nach Süden bis Burgas zu rollen. Von dort nehmen wir dann einen günstigen Direktflug nach Berlin. Mit diesem Wissen kann es jetzt an eine grobe Zeitplanung gehen.

Ab 1. August ist Manu mit zwei Kollegen erst einmal in der Provence auf den Spuren der Tour de France unterwegs. Einige Impressionen von diesem “Kurztrip” gibt es dann natürlich auch hier auf radlausick.de.

Es hat sich auch eine noch eine Neuerung ergeben, was die Reisedokumentation der Donautour angeht. Dazu gibt es dann in der nächsten Woche Konkretes zu berichten!


Rückblick 2008 in Fotos

Juni 26, 2009
unterwegs durch Schottland

unterwegs durch Schottland

Letztes Jahr tourten Dikt und ich von Bad Lausick über Amsterdam und London nach Glasgow. Hier gibt es jetzt eine kleine Zusammenstellung neuer und alter Fotos von dieser Tour, auf der das Wetter oft gegen uns war.

Viel Spaß beim Stöbern!

Martin


Bad Lausick – Prag: 220km an einem Tag

April 11, 2009

Eine Geschichte über einen Tag am konditionellen Limit mit Happy End
Achja, eine gebrochene Achse kommt auch darin vor.

Hier geht es zu den Fotos!

Diesen Karfreitag brachen Manu und ich zu einer etwas anderen Ostertour auf. Es ging dabei nicht um die Nähe zur Natur oder die Freude am Radfahren an sich. Nein, das banale Erreichen eines bestimmten Ziels stand für uns auf dieser “Tor-Tour” im Vordergund. Und das war wie bereits im ersten Versuch vor zwei Jahren die tschechische Hauptstadt.

Nach einem kurzen Frühstüch brachen wir 4:52 Uhr in Richtung Chemnitz auf, dass wir in unserer morgendlichen Frische recht zügig erreichten. Mit einem 26er-Schnitt trodelten wir ein. Aber bereits am Ortsausgang der Stadt schien uns das Vorland des Erzgebirges seine ersten Ausläufer in den Weg stellen zu wollen. Und ehe wir uns versahen ging es stetig nur noch bergauf, manchmal auch wieder leicht bergab, aber nur wenn es anschließend doppelt so steil wieder hinauf gehen sollte. An einem Anstieg hatte ich einen plötzlichen Schwächeanfall und musst ein paar Meter schieben, ehe es richtig weitergehen konnte.

Bis zum Mittag wurden wir noch mit einer ewig langen Abfahrt für die sauren Oberschenkel belohnt. Auf tschechischer Seite legten wir dann die erste längere Pause (40 Minuten) ein. Es sollte eigentlch die einzige Pause von diesem Ausmaß sein, aber das kam später doch etwas anders.

Auf tschechischer Seite folgen wir der Hauptstraße von Chomutov nach Prag. Der Seitenstreifen war meistens in gutem Zustand und breit genug, um genügend Abstand zu den vorbeifahrenden Autos und 10-Tonnern zu halten. (Außerdem hatten wir ja unsere Helme auf ;-)

Louny – die Endstation des letzten Prag-Versuchs hatten wir bereits hinter uns gelassen, als wir von unserem Tour-Mobil (und Rückfahrgelegenheit) mit motivierendem Hupen überholt wurden. Aus dem Hupen klang so etwas wie: “Wir sehen uns dann gleich in Prag!” und gab wieder etwas Kraft in die mittlerweile nur noch von Powerbars und anderen Müsliriegeln mit Energie versorgeten Oberschenkel.

Kurz darauf, ich fuhr gerade in Manus Windschatten leicht bergab, krachte es hinter mir, unter mir. Verdammt, wo kam das her? Was war da passiert? Das Rad blockierte. Ich drehte mich um und sah irgendetwas metallisches quer über die Straße fliegen, ehe dutzende Autos drüberfuhren.

Ein kurzer Blick auf das Hinterrad und die Feststellung: Das war gerade der Schnellspanner der Achse, der sich verabschiedet hatte. Das durfte doch nicht wahr sein – sollte die Tour erneut 60 Kilometer vor dem Ziel beendet werden? Nach einem kurzen Telefonat mit unserem “Streckenfahrzeug” kam die schelle Hilfe. Zum Glück gabe es im 10 Kilometer entfernten Slany einen Radladen und Karfreitag war hier auch kein Feiertag, wie wir zunächst verzweifelt angenommen hatten. So konnte das Problem innerhalb von insgesamt 45 Minuten behoben werden. Jetzt musste es einfach klappen.

30 Kilometer vor Prag verließen wir die Hauptstraße, da sie zur für Radfahrer unbefahrbaren Schnellstraße wird. Über verschlafene Dörfer und schmale Nebenstraßen schlängelten wir uns in Richtung Prag. Dass die Gegend hier viel gemütlicher zum Radfahren war als, die breite Hauptstraße, die wir die letzten Stunden dauernd unter uns hatten, nahmen wir nur am Rande war. Jetzt merkte man, dass die bis dato gefahrenen 200 Kilomteter (inkl. der zahlreichen Höhenmeter des Erzgebirges) richtig an die Substanz gingen. Nach einem allerletzen Trinkstop in einer kleinen Dorfkneipe rollten wir in der tschechischen Hauptstadt ein. Damit ist das Projekt “Prag an einem Tag” im Licht der untergehenden Sonne doch vom Erfolg gekrönt worden.

Nach einer Nacht im Tiefschlaf fiel der Muskelkater ausgesprochen gering aus. Nur der Brooks-Sattel hat nach 220 Kilometern nonstop doch so seine Spuren hinterlassen ;-)


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