Donautour Teil 2 – Von Donaueschingen nach Passau

Als wir am Morgen unseres ersten Tourtages aufwachten, hatte sich das Gewitter verzogen. Zunächstt suchten wir nach der symbolischen Donauquelle. Leider, so sagte uns ein Mann, sei die Zufahrt gerade eine Baustelle und wir müssten die Räder stehen lassen und die Treppe hinabsteigen. Das kam natürlich nicht in Frage, da die Räder auf dem Startfoto nicht fehlen durften. Wir wollten schließlich nicht die Donau entlang wandern. Wir schleppten als jeder unsere 40kg Fahrrad die Treppe hinunter. Nach einem kräftigenden Schluck aus dem „Quellbecken“ traten wir endlich richtig in die Pedalen. Zunächst querten wir den Nationalpark „Obere Donau“. Beeindruckende Felsformationen hoben sich zu beiden Seiten der Donau empor. Der Radweg führte fernab jeder Straße durch das Tal. So schön der Radweg und die Landschaft auch waren, die Tatsache, dass wir ständig die gleichen Radfahrer überholten und uns unsereseits bei einer Rast von ebendiesen überholen ließen, senkte den Abenteuerfaktor tagsüber gen Null. Erst als es dämmerte und es um die Schlafplatzsuche ging, wurde es wieder spannend.

Am Donauufer gibt es unzählige unberührte Plätze, die sich zum Zelten anbieten. Allerdings befanden wir uns bei Einbruch der Dunkelheit oft in Naturschutz- oder Industriegebieten. Da war schon viel Kreativität gefragt. Einige Male fuhren wir bis es stockdunkel war und suchten uns im Licht der Kopflampen einen Platz zum Zelten. Größtenteils nächtigten wir in unmittelbarer Ufernähe. Am Morgen unseres 5. Tages bemerke neben unserem Zelt mit einer Zahl: „2447,6“. So viele Kilometer müssen es noch zur Mündung sein. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass es doch einige Kilometermehr werden würden. An diesem Tag besuchten wir auch das Kloster Weltenburg, dass ich schon von früheren Ausflügen kannten. Währen Manu das Kloster skizzierte, beobachte ich die Szenerie. Je länger ich einfach nur da saß, umso dominanter wurde der Eindruck, die meisten Besucher waren hier nicht wegen des Klosters, sondern wegen des Biergartens:-)

Als wir wenig später Regensburg erreichten, stellten wir gewisse Ähnlichkeiten der bisher durchquerten Städte an der Donau fest. Am 6. Tag wollten wir eigentlich in Österreich einrollen. Allerdings überkamm uns die Dämmerung kurz hinter Passau und so schlugen wir unser Nachtlager hinter einem Maisfeld auf.

Die Temperaturen fielen in den einstelligen Bereich, so dass wir uns selbst im Schlafsack unsere langen Hosen anziehen mussten. Wir hofften, dass die Temperaturen sich auf unserere weiteren Reise nach Südosten stetig wärmer werden würde. Diese Annahme sollte sich noch als Trugschluss erweisen. Nach 5 Tagen Fahrt hatten wir den deutschen Teil der Donau hinter uns gebracht und befanden uns auf der Mainstream-Etappe von Passau nach Wien.

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