Ausflug nach Puerto Galera

Am letzten Freitag verließen wir zum ersten Mal das Moloch Metro Manila in Richtung Süden.

Boot

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Da wir möglichst viel Zeit am Meer verbringen wollten, starteten wir nach wenig Schlaf bereits drei Uhr morgens. Mit dem Taxi ließen wir uns zur Busstation in Passai fahren,um den Bus nach Batangas zu erwischen. Als uns das Taxi abgesetzt hatte, suchten wir allerdings vergeblich nach dem richtigen Bus. Der Fahrer hatte uns an der falschen Stelle abgesetzt.So standen wir jetzt also nachts kurz vor vier irgendwo in Passai und suchten nach der Abfahrtsstelle für den richtigen Bus. Dabei liefen wir durch sehr dubiose Straßen. Ein ekelhafter Gestank lag in der dicken Luft. In den Gassen glühten einige Brandstellen, Kinder wühlten im Müll und Prostituierte boten ihre Dienste an. Nach einigem hin und her irren und eine weitere Taxifahrt später erreichten wir endlich die richtige Haltestelle und sprangen in den richtigen Bus. Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, im Bus etwas im Reiseführer zu blätter. Das verkniff ich mir dann angesichts der Straßen dann doch. Es fühlte sich an, als befänden wir uns im tiefsten Gelände, dabei hatten wir noch nicht einmal die Stadt verlassen.

Auf dem Fernseher lief ein Splatter-Film, den man so in Deutschland nicht im Fernsehen zeigen dürfte. Das Ganze war auch so brachial laut, dass man sich selbst mit Kopfhörern nicht den Geräuschen zersplitternder Knochen und den schmerzverzerrten Schreien der Protagonisten entziehen konnte. Ab und zu stiegen auch noch ein paar Händler zu, die lautstark ihre Waren anpriesen. Von Gebäck über Chips und ….eigentlich verkauften sie alles. Irgendwann gewann die Müdigkeit doch überhand und ich schlief rechtzeitig ein, bevor mir einfallen konnte, dass es Freitag der 13. war. 😉

Nach etwa zweieinhalb Stunden Fahrt erreichten wir Batangas Port. Dort kämpften wir uns durch eine Armee von Fährbetreibern. Alle wollten uns zu ihrem Schiff schleifen und buhlten so penetrant um unsere Gunst, bzw. unser Geld, dass es schwer fiel, freundlich zu bleiben. Nachdem wir dann das Ticket für 200 Peso erstanden hatten, kamm dann die nächtste Überraschung. Kein Zutritt zum Terminal ohne Terminalticket.Dieses wiederum gab es nicht, ohne Vorlage des Umwelttickets. Also mussten wir noch Mal zwei weitere Tickets pro Person kaufen, die insgesamt jeweils nochmal 50 Peso kosteten. Nachdem wir dann alle notwendigen Papierschnipsel hatten, durften wir das Terminal endlich betreten. Beim durchleuchtenentdeckte der Sicherheitsbeamte mein Taschenmesser. Das war natürlich eine Gefahr für die anderen Fahrgäste. Vielleicht plante ich ja einnen terroristischen Akt? Vielleicht würde ich den Anker kappen? Wer weiß? Jedenfalls musste ich es zurück lassen!

Kurz nach acht waren wir endlich mit dem Boot unterwegs und erreichten nach etwa einer Stunde White Beach in der Nähe von Puerto Galera. Der weiße Strand und die Palmen ließen Manila so weit weg erscheinen. Nach einer kurzen Suche fanden wir eine kleine Hütte direkt am Strand für 700 Peso für uns drei (10€). Wir liehen uns gleich ein paar Taucherbrillen aus und schnorchelten los. Im türkisfarbenen Wasser konnten wir sehr tief blicken. Wir sahen blaue Seesterne Clownfische und eine rucksackgroße Schildkröte, die uns genauso überrascht anblickte, wie wir sie.

Als wir wieder am Festland waren, blätterte ich ein wenig im Reiseführer und las, dass man möglichst ausreichend Bargeld mitnehmen sollte, da es um Bankomaten auf der Insel nicht so gut bestellt war. Wir hatten jeder noch ein paar Peso einstecken. Diese ionvestierten wir in zwei Liter Trinken und brachen bei gleißender Hitze nach Puerto Galera auf. Wir liefen durch viele kleine Dörfer und wurden meist freundlich von den Einheimischen begrüßt. Wahrscheinlich brausen die meisten Europäe, die diese Straße benutzen, in einem Tricycle vorüber und laufen nicht. Nach etwa zwei Stunden erreichten wir Puerto Galera. Nach einer kleinen Pause am Hafen fuhren wir mit dem Tricycle (Premiere für uns) mit. Diese Motoradgespanne fahren auch inn Manila und sogar auf dem Ateneo Campus zu hauf rum. Das Motto bei diesen Gefährten ist das Gleiche wie bei den Jeepneys: Einer mehr kann immer mitfahren. Und so sahen wir Gefährte mit 7-8 Mitfahrern!

Da die Hälfte der Strecke bergauf und der Rest bergab ging, schaltete unser Fahrer auf dem Gipfel den Motor ab und so rollten wir geräuschlos dahin bis zum White Beach. Als wir abends am Strand lang iefen, trafen wir plötzlich unsere französischen Kollegen. Damit stand das gemeinsame Abendprogramm festgelegt. Während wir am Strand saßen, fand hinter uns eine groteske „Lady-Boy“- Tanzshow statt. Wunderschöne Männerfrauen, die in aufreizenden Kleidern ihre Körper präsentierten. Das ganze Treiben wurde von vielen Familien mit großer Begeisterung verfolgt.

Nach einer recht kurzen Nacht, trafen wir uns am Morgen mit den anderen Austauschstudenten zur Kajaktour. Dabei stiegen Tobi und ich in einen Zweisitzer.Doch bereits in der nächsten Bucht stellte sich heraus, dass wir unaufhaltsam sanken, da der Stöpsel für die Hohlkammern schlicht fehlte. Uns blieb nur eine Möglichkeit. Während Tobi allein zurück paddelte, schwamm ich. Gegen die Strömung bereitete uns das einige Problem. Wieder am Strand angekommen, bekamen wir aber nach einer kurzen Diskussion wenigstens unser Geld zurück.

Wenige Stunden später fuhren wir wieder in Manila ein. Für nächstes Wochenende planen wir eine Tour in den Norden zum Mt. Pinatubo, und anschließend gemeinsam mit einemEinheimischen und einer Gruppe von anderen Austauschstudenten an eine entlegene Bucht an der Westküste Luzons.

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Dieser Beitrag wurde unter Philippinen 2009 / 2010 veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

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