Urwald, Warane und Snake Island

Am letzten Freitag starteten Tobi, Stefan und ich nach Palawan. Von Manila gibt es da eine gute Flugverbindung nach Puerto Princessa. Nach nur einer Stunde in der Luft erreichten wir auch schon die Stadt, in der ein halbdeutscher Bürgermeister sich dafür einsetzt, dass die Straßen sauber bleiben.

Hier geht es zum Fotoalbum der Tour

Als wir ankamen, war es jedoch schon dunkel. Das erste Quartier in unserem Reiseführer war voll. Wir marschierten also durch dunkle Seitenstraßen, die plötzlich voll von Menschen waren. Alles schien sich hier auf dem kleinen Stückchen Asphalt zwischen zwei Häuserfronten abzuspielen und wir mitten drin. Als wir uns schließlich zu einer zweiten Unterkunft durchfragten, hatte dies dann auch kein Platz für uns.

Aber die Besitzerin telefonierte freundlicherweise weitere Übernachtungsmöglichkeiten durch und schließlich fand sie ein kleine, günstiges Hotel. Am Abend besuchten wir den Weihnachtsmarkt am sogenannten Baywalk mit dem größten „Weihnachtsbaum“der Philippinen. Natürlich bestand er aus einem Metallgerippe, aber wenigstens ein bisschen Heimat für uns.

Am nächsten Morgen ließen wir uns zum Busbahnhof bringen, um nach Sabang zu gelangen.Den ersten Bus verpassten wir knapp, so dass wir gut anderthalb Stunden warten mussten. Während wir im Bus saßen, boten die Verkäufer wieder ihre kulinarischen Kostbarkeiten, Sonnenbrillen unUhren an. Diesmal hätten wir auch eine Machete für 200 Peso (nicht ganz 3€) kaufen können. Aber wir hatten so unsere Bedenken wegen des Rückfluges…

Kurz vor Abfahrt beluden ein paar Männer noch das Dach mit allen möglichen Sachen wie (Bananen, Reis, Fahrrädern, Wasser, Kisten usw.) Ich wollte mir nicht vorstellen,wie hoch der Berg an gestapelten Waren über meinem Kopf wohl sein mochte. Kurzvor Abfahrt fülltesich der Bus noch bis auf den letzten Platz. Auf dem Sitz neben mit nahmen eine Frau mit Kind und ein Mann mit seiner Henne Platz. Nach einem kurzen Tankstop begann die Reise über die erst vor kurzem ausgebaute Straße. Immer wieder hielt der Bus, um etwas von seiner Dachfracht irgendwo am Straßenrand abzuladen. Auch Briefe wurde in Einfahrten geschmissen.

Dann hielt der Bus plötzlich an einem kleinen Häuschen.In einer Seelenruhe kam eine Frau heraus spaziert. Der Kassierer gab ihr etwas Geld und die Frau verschwand mit dergleichen Seelenruhe mit der sie aufgetaucht war, wieder in ihrem Haus. Nach einer gefühlten Ewigkeit tauchtesie wieder auf und gab etwas Wechselgeld heraus.Erst daraufhin, begannen einigen Männer eine riesige Rolle auf das Dach zu ziehen.

Als wir Sabang erreichten, war es schon Nachmittag.Wir beschlossen, die Wanderung durch den Dschungel zum Undergroundriver erst am nächsten Morgen auf uns zu nehmen.Angesichts der Temperaturen von über 30 Grad wohl eine nachvollziehbare Entscheidung.

Am nächsten Morgen brachen wir dann auch schon gegen 6 auf, um nach ungefähr zweieinhalb Stunden durch den Dschungel (wir wählten den sogenannten Monkey Trail) die Ranger Station am Underground River zu erreichen. Mit dem Boot ging es dann in die Höhle.Zahlreiche Fledermäuse bewohnten die Decken der Grotte. Besonders beeindrucken ist eine Stelle in der Höhle, in der die Decke über 60 Meter über einem liegt. Man fühlt sich wie in einer riesigen „Kathedrale“.

Nach gut einer dreiviertel Stunde in kühlerDunkelheit fanden wir uns am Höhleneingang und somit in der philippinischen Realität wieder: Über 30 Grad und hohe Luftfeuchitgkeit. Dennoch wollten wir uns das Geldfür das Boot sparen und wanderten wieder zurück. Dabei lief der Schweiß nur so in Strömen, aber die Begegnung mit frei lebenden Varanen entschädigte dafür absolut. Nach nur zwei Stunden durch den Dschungel erreichten wir schon den Strand und ließen uns erstmal ins lauwarme Nass fallen. Das war zwar keine richtige Erfrischung, aber trotzdem OK. Zurück nach Puerto Pricessa wurde uns ein Van (nur für uns 3 angeboten). Da lehnten wir natürlich nicht ab, zumal der Preis dem Buspreis entsprach. Eigentich viel zu schön um war zu sein…War es dann auch. Nach einem Kilometer meinte der Fahrer: „Oh, I forgot something!“, und wendete. Tobi meinte noch scherzhaft zu mir: „Ja,20 Leute und einen Hahn!“ – Wir machen über solche Sachen zukünftig keine Scherze mehr.

Zurück im Ort empfing uns eine Menschen menge, die unmöglich in diesem Van Platz finden würde. Dennoch versuchten sie sich hinein zu zwängen. Letztendlich sahen sie ein, dass einfach nicht möglich war und nur ein Teil von ihnen stieg zu.

Nach gut anderthalb Stunden waren wir wieder zurück in Puerto Princessa und suchten wieder unser altes Hotel auf. Die Leute dort schienen uns zu erwarten. Das Zustellbett stand noch im Raum und selbst die Seife war noch die Gleiche 😉

Am Montag starteten wir in die Honda Bay zum Island Hopping. Allerdings fand ich dies Tour nicht so faszinierend, da alles sehr touristisch aufgezogen war. Zehn Boot karten alle Touris von einer Insel zur nächsten. Abenteuerfaktor = Null. Und Snake Island, die angeblich schönste Insle der Honda Bay war auch nur ein Streifen Sand im Meer. Interessant war, dass selbst dieser ca.30 Meter breite und 4 Kilometer lange Landstreifen auch von Menschen bewohnt wurde. Das Einzige, was es außer Sand auf der Insel gab, war ein Mangrovenwald. Die Schnorchelgänge in den Riffs waren wegen der Wellen und der Nesselungen durch das Plankton auch kein Genuss. Aber es gab zahlreiche Fische, die keine Angst vor uns zu haben schienen und uns in riesigen Schwären um uns kreisten.

Zurück in Manila kreisen jetzt erstmal wieder ein paar Hausaufgaben um mich herum, die erledigt werden wollen. In der nächsten Woche werde ich deshalb auch mal in Manila bleiben.Vielleicht besuchen wir dann mal den alten Stadtkern Intramuros.

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