Der mit der Schlange tanzt

Photos of the trip

Das letzte Wochenende starteten wir in einer recht großen Reisegruppe von 18 Studenten zu den Hundred Islands im Norden Luzons. Da uns eine etwa fünfstündige Busfahrt bevorstand, vereinbarten wir mit unseren baskischen Freunden das Treffen um Mitternacht vor dem Mc Donalds um die Ecke. Als sie nach einem Eis und weiteren 30 Minuten Wartens immer noch nicht da waren, wurden wir (die deutsch-österreichische Reisefraktion, die sich hier schon an die etwas flexible Definition von Pünktlichkeit gewöhnt hat) etwas stutzig. Nach weiteren zehn Minuten kam dann die Auflösung per SMS. Der ausgemachte Zeit für das Treffen wurde spontan um zwei Stunden nach hinten verlegt. Also schauten wir uns zwei Stunden lang filmische Meisterleistungen im Fernsehnachtprogramm an, ehe wir erneut aufbrachen. Am Busterminal angekommen, erfuhren wir, dass der nächste Bus in zwei Stunden fahren würde. Nice!

Nach etwas mehr als fünf Stunden Busfahrt erreichten wir am Morgen schließlich Alaminos und kurz darauf per Tricycle auch den Hafen. Nach den üblichen Preisverhandlungen ließen wir uns schließlich mit genügend Proviant (Alkohol und Wasser standen dabei in einem ausgewogenen Verhältnis ;-)) auf eine der mehr als 100 Inseln bringen.

Unsere Insel besaß einen kleinen Strand, der zum späteren Nachmittag aufgrund der Flut immer mehr dahin schwand. Gegen Abend hatten wir nur noch einen schmalen Sandstreifen. Mit dem Wasser stiegen auch unsere Bedenken, ob ein Übernachten am Strand überhaupt möglich sein würde. Gegen Abend errichteten wir deshalb in Teamwork also eine „German Mauer“, wie unsere europäischen Freunde scherzten. Anschließend sammelten wir auf der felsigen Insel, was wir an brauchbarem Feuerholz auftreiben konnten und entfachten unser Feuer – die einzige Lichtquelle auf der in Dunkelheit gehüllten Insel.

Tanz mit der Schlange

Als ich gerade mit Tim am Strand philosophierte, glaubte ich plötzlich sein Bein an meinem zu fühlen. Darüber etwas überrascht wanderte mein Blick an meinem Körper hinunter und ich musste mit Erschrecken feststellen, dass es nicht Tims Beine waren, die sich an sich schmiegten, sondern ein über einen Meter langes schwarzes, schmales Etwas – eine Schlange! Ich hatte schon etwas über den Artenreichtum an Schlangen auf den Philippinen gelesen und mir schoss in dieser Sekunde nur noch ein einprägsamer Satz durch den Kopf: „….bis auf die Schlangen der Python-Gattung kann davon ausgegangen werden, dass alle anderen giftig sind“. Sicher sollte man Ruhe bewahren in so einer Situation, aber dafür braucht man wohl jahrelanges autogenes Training. Ich sprang jedenfalls auf und machte eine großen Satz zur Seite. Tim ebenso. Das schlängelnde schwarze Etwas war jetzt vielleicht einen Meter entfernt, verharrte schlängelnd einen Augenblick auf der Stelle, ehe es seinen Weg ins Meer suchte. Es war also eine Wasserschlange. Nach einigen Recherchen im Netz könnte es sich um die „Turtle Headed Sea Snake“ (Emydocephalus annulatus) handeln. Diese Art sucht den Strand auf, da sie auch Luft zum Atmen benötigt. Zum Glück ist niemandem etwas passiert. Nichts wäre wohl schlimmer als ein tödlicher Schlangenbiss auf einer einsamen Insel ohne Möglichkeit, einen Arzt zu besuchen. Die Nacht waren dann alle recht hellhörig. Keiner wollte mit einem ungebetenen Gast im Schlafsack aufwachen!

Am nächsten Nachmittag holten uns unsere zwei Boote ab und beförderten uns zurück in die Zivilisation. Am späten Abend hatte uns dann schließlich Manila wieder.

Am nächsten Wochenende werde ich mal wieder in der Stadt bleiben, da ich noch ein paar Sachen für die Uni erledigen will. Am Samstag geht es dann aber noch zu einem Mountainbike-Rennen eines Kommilitonen und abends dann zu den Beach Boys (Ja, die gibt es noch!).

Bis dahin, Euer Martin

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